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Daimler wehrt sich entschieden gegen Vorwurf der Abgasmanipulation

Daimler wehrt sich mit aller Macht gegen Vorwürfe, eine illegale Abschalteinrichtung eingebaut zu haben, um den Schadstoffausstoß zu senken.

Das Kraftfahrt-Bundesamt wird Fahrzeuge von Daimler überprüfen

Das Kraftfahrt-Bundesamt wird Fahrzeuge von Daimler überprüfen

wehrt sich mit aller Macht gegen Vorwürfe, eine illegale Abschalteinrichtung eingebaut zu haben, um den Schadstoffausstoß zu senken. Sollte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) diesen Vorwurf erheben, "würden wir mit allen rechtlichen Mitteln" dagegen vorgehen, erklärte Daimler am Freitag. Das KBA wird Fahrzeuge des Herstellers auf mögliche illegale Abschalteinrichtungen untersuchen, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte.

Daimler soll laut Bericht von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR in Europa und den USA zwischen 2008 und 2016 mehr als eine Million Autos mit unerlaubt hohem Schadstoffausstoß verkauft haben. Demnach geht die Stuttgarter Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass die beiden Motorreihen OM 642 und OM 651 mit einer illegalen ausgestattet wurden, die nur bei Abgastests im Labor den Schadstoffausstoß senkt, nicht aber auf der Straße.

Die Staatsanwaltschaft stütze sich dabei "maßgeblich" auch auf Erkenntnisse des , berichtete der "Spiegel". Die Behörde überprüfe "schon seit vielen Wochen intensiv Dieselautos von Daimler". Die Prüfer seien "optimistisch", bald einen eindeutigen Nachweis führen zu können, dass Daimler illegale Abschalteinrichtungen verbaut habe.

Daimler hat stets versichert, sich rechtskonform zu verhalten. Abschalteinrichtungen, die den Schadstoffausstoß senken, können auch legal sein - die Vorschriften in der EU erlauben dies etwa, um Bauteile des zu schützen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach den Berichten über Daimler Vertreter des Unternehmens nach Berlin zitiert. Das Gespräch am Donnerstag sei "kooperativ" verlaufen, teilte das Ministerium mit - Daimler sei nicht mit einem Rückruf seitens des KBA gedroht worden. Dies hatte zuvor der "Spiegel" berichtet. Auch Daimler betonte, "uns wurde nicht mit einer Rückrufaktion gedroht".

Der Autohersteller versicherte, er arbeite "intensiv" an Maßnahmen, die Stickoxid-Emissionen bei mit den Abgas-Grenzwerten Euro 5 und Euro 6 "weiter zu reduzieren".

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft bestätigte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass sie im Fall Daimler in Kontakt zu US-Behörden stehe. In den Vereinigten Staaten gibt es Sammelklagen gegen Daimler wegen angeblich überhöhter Abgaswerte. Die US-Behörden forderten den Autobauer bereits 2016 zu internen Untersuchungen auf. In den USA sind die Vorschriften zu Abschalteinrichtungen viel strenger.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, seit der Durchsuchung bei Daimler im Mai habe sich für die Ermittler kein neuer Sachstand ergeben. Der Fall sei aber "komplex und von der Dimension her entsprechend groß".

AFP

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