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Führungsstreit um CSU-Chef Seehofer gärt weiter

In der CSU gärt weiter der Führungsstreit um Parteichef Horst Seehofer.

CSU-Chef Seehofer

CSU-Chef Seehofer

In der gärt weiter der Führungsstreit um Parteichef Horst Seehofer. Am Donnerstag sorgte ein Bericht der "Bild"-Zeitung bei den Christsozialen für Aufregung, laut dem sich ein großer Teil des CSU-Bezirksverbands München gegen Seehofer stellt. Der ebenfalls zu diesem CSU-Bezirk zählende stellvertretende CSU-Generalsekretär Markus Blume bestritt allerdings, dass es eine offizielle Gremiensitzung gegeben habe.

sagte am Rande einer Sitzung des bayerischen Landtags vor Journalisten, er wolle sich zunächst selbst Klarheit verschaffen, was bei der CSU in München Sache sei. "Ich höre da sehr Unterschiedliches." Er werde nun mit dem Münchner Bezirksvorsitzenden und bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle das Gespräch suchen.

"Der wird mir dann schon sagen, wie die Dinge tatsächlich stehen", sagte Seehofer. Dabei gehe es auch mit Blick auf den CSU-Parteivorstand am kommenden Montag um die Frage, ob nach wie vor gelte, dass die CSU in stark und geschlossen verhandeln wolle.

Blume sagte im Bayerischen Rundfunk: "Das ist definitiv nicht der Zeitpunkt, um solche Dinge aus dem Hinterzimmer loszutreten, man kann auch sagen aus dem Hinterhalt - das ist keine gute politische Kultur". Der "Bild" zufolge war Blume allerdings als einziger von neun Kreisvorsitzenden in bewusst nicht zu einem Treffen des Bezirks eingeladen worden.

Die CSU ist in zehn Bezirksverbände gegliedert. Rücktrittsforderungen an Seehofer gab es bisher vor allem aus den Bezirken Oberfranken und Oberpfalz. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner sagte im Bayrischen Rundfunk zu der Debatte: "Ich halt's für schädlich." Die CSU hatte sich eigentlich darauf verständigt, die Personaldebatte erst bei ihrem Parteitag Mitte November zu führen.

Auch der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, kritisierte die Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei. Dobrindt forderte Seehofers Gegner in der "Rheinischen Post" vom Donnerstag zu fairer und transparenter Konkurrenz auf. "Ich halte solche Beiträge in der jetzigen Phase einer historischen Situation für die CSU mit schwierigsten Verhandlungen in Berlin für kontraproduktiv und in Teilen auch unfair geführt."

Die CSU hatte bei der Bundestagswahl mit 38,8 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 geholt. Zuvor hatten die bereits bei der Europawahl 2015 mit 40,5 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. In der CSU wächst deshalb die Sorge, bei der Landtagswahl im kommenden Jahr mit Seehofer als Führungskraft die absolute Mehrheit zu verlieren.

AFP

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