HOME

Kreise: Gambias langjähriger Präsident Jammeh grundsätzlich zu Exil bereit

Der abgewählte langjährige Präsident von Gambia, Yahya Jammeh, hat nach Angaben aus Verhandlungskreisen einem Gang ins Exil grundsätzlich zugestimmt.

Anhänger Barrows feiern in Banjul dessen Vereidigung

Anhänger Barrows feiern in Banjul dessen Vereidigung

Der abgewählte langjährige Präsident von Gambia, , hat nach Angaben aus Verhandlungskreisen einem Gang ins Exil grundsätzlich zugestimmt. Jammeh habe "akzeptiert, die Macht abzugeben", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend von Vertretern aus Mauretanien und Guinea, die sich in Gambias Hauptstadt Banjul um eine Vermittlung in dem Machtkampf bemühten.

Demnach drehen sich die Gespräche nun noch darum, in welches Land und unter welchen Bedingungen Jammeh ausreist. Der Verhandlungsteilnehmer aus Guinea sagte, das Exil-Land müsse ausreichend weit von entfernt sein, damit Jammeh sich nicht mehr in die dortige Politik einmischen könne. Die Präsidenten Guineas und Mauretaniens, Alpha Condé und Ould Abdel Aziz, waren am Freitag nach Banjul gekommen, um Jammeh davon überzeugen, seinem bereits vereidigten Nachfolger Adama Barrow Platz zu machen.

Die politische Krise in Gambia hatte sich in den vergangenen Tagen extrem zugespitzt: Truppen aus fünf Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas überschritten die Grenze zu Gambia, um Jammeh zur Übergabe der Macht an zu bewegen. Der UN-Sicherheitsrat hatte einem militärischen Eingreifen zugestimmt. Die Ecowas unterbrach ihre Militärintervention schließlich für einen letzten Vermittlungsversuch.

Barrow legte am Donnerstag in der gambischen Botschaft in Senegals Hauptstadt Dakar seinen Amtseid als Präsident ab. Er forderte von den Streitkräften seines Landes unbedingte Loyalität ihm gegenüber als Oberbefehlshaber. Gambias Armeechef Badjie folgte dieser Aufforderung offenbar. Er schloss sich in einer Kundgebung von Barrows Anhängern an, die den Einmarsch der Senegalesen feierten.

Der mit harter Hand regierende Jammeh hatte seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember zunächst eingestanden. Eine Woche später verlangte er aber plötzlich eine Wiederholung der Wahl und reichte beim Obersten Gericht Klage gegen das Ergebnis ein. Seitdem weigert er sich, seinen Posten zu räumen.

AFP

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren