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Nach Opel-Verkauf bleiben Sorgen um die Arbeitsplätze

Der Verkauf von Opel an den französischen Konzern PSA Peugeot Citroën ist beschlossene Sache, Sorgen um die Arbeitsplätze in Deutschland bleiben jedoch.

GM verkauft Opel und Vauxhall an PSA Peugeot Citroën

GM verkauft Opel und Vauxhall an PSA Peugeot Citroën

Der Verkauf von an den französischen Konzern PSA Peugeot Citroën ist beschlossene Sache, Sorgen um die Arbeitsplätze in Deutschland bleiben jedoch. "Die Opel-Beschäftigten an den einzelnen Standorten erwarten langfristige Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und die Standorte", sagte IG-Metall-Vertreter Jörg Köhlinger. Regierungssprecher Steffen Seibert betonte: "Wir bauen darauf, dass PSA alles unternimmt, um Opel und die Standorte gemeinsam erfolgreich weiterzuentwickeln."

Der französische Autobauer zahlt 1,3 Milliarden Euro an den US-Konzern General Motors (GM), um dessen Europatöchter Opel und Vauxhall zu übernehmen, wie beide Konzerne am Montag mitteilten. Opel und Vauxhall haben zusammen rund 40.000 Mitarbeiter, rund 18.000 davon arbeiten für Opel in .

steigt durch die Übernahme zum zweitgrößten Autokonzern Europas hinter Volkswagen auf und vereint künftig 17 Prozent Marktanteil auf sich. Frankreichs Staatspräsident François Hollande begrüßte "die Geburt eines europäischen Champions der Automobilindustrie". Auch von der deutschen Politik wurde die nun geschaffene Klarheit über die Zukunft von Opel positiv bewertet.

Es sei ein "gutes Signal", dass PSA die bestehenden Verträge über Standorte, Beschäftigung und Investitionen erhalten wolle, sagte . PSA-Chef Carlos Tavares erklärte, dass die bereits bestehenden Job- und Standortgarantien übernommen und Opel als eigenständiges deutsches Unternehmen erhalten werden. Das bedeutet einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2018. Bei den Opel-Mitarbeitern gibt es jedoch Sorgen darüber, was danach geschieht.

"Wir schätzen die Leistungen der hochqualifizierten Mitarbeiter von Opel/Vauxhall, die starken Marken des Unternehmens und ihre lange Tradition", versicherte PSA-Manager . "Wir haben vor, auf den Markenidentitäten von PSA und Opel/Vauxhall aufzubauen und die Unternehmen in diesem Sinne zu führen." Die Schließung von Opel-Werken sei nicht notwendig, wenn diese produktiver würden.

Bis 2020 sollen Opel und Vauxhall den Plänen zufolge wieder schwarze Zahlen schreiben. GM hatte im vergangenen Jahr mit seiner Europasparte erneut ein Minus von 257 Millionen Dollar (gut 240 Millionen Euro) eingefahren. Seit dem Jahr 2000 hat GM in Europa mehr als 15 Milliarden Dollar Verlust gemacht.

Die erst Mitte Februar bekannt gewordenen Übernahmegespräche zwischen PSA und GM hatten Opel, Arbeitnehmer und auch die deutsche Politik komplett überrascht. Die Opel-Arbeitnehmervertreter mahnten am Montag einen "geordneten Verhandlungsprozess mit allen Beteiligten" an, um die Marken sowie das Unternehmen "zu schützen, vor weiterem Schaden zu bewahren und erfolgreich in die Zukunft zu führen".

Auch Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten forderten, das europäische Management von Opel und Vauxhall sowie die Betriebsräte "in vollem Umfang in die weiteren Gespräche" einzubeziehen.

Die GM-Vorstandsvorsitzende Mary Barra sagte, der Verkauf der gesamten Europageschäfte sei eine "schwierige Entscheidung" gewesen. GM sei aber überzeugt, "dass dieses neue Kapitel Opel und Vauxhall langfristig in eine noch stärkere Position bringen wird". Ihr Konzern wolle sich auf rentablere Investitionen "in unserem Automobil-Kerngeschäft" konzentrieren, kündigte sie an.

AFP

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