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Nordkorea sorgt mit neuerlichem Raketenabschuss für weltweite Empörung

Nordkorea hat am Dienstag mit einem neuerlichen Raketentest weltweit für Unruhe gesorgt.

Archivbild: Erst Ende August feuerte Nordkorea eine Rakete über Japan hinweg

Archivbild: Erst Ende August feuerte Nordkorea eine Rakete über Japan hinweg

Nordkorea hat am Dienstag mit einem neuerlichen Raketentest weltweit für Unruhe gesorgt. US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Drohung, dass im Umgang mit Nordkorea "alle Optionen auf dem Tisch" lägen. Deutliche Kritik kam auch von Hauptverbündetem China, das den Waffentest als "Wendepunkt" bezeichnete. Nordkorea hatte am Dienstag eine Rakete abgefeuert, die über Japan hinwegflog und in den Pazifik stürzte.

Trump warf Nordkorea in einer Erklärung "Verachtung" für seine Nachbarn, für alle Mitglieder der UNO und für die "minimalen Normen eines international akzeptablen Verhaltens" vor. Das Weiße Haus kritisierte die "bedrohlichen und destabilisierenden Aktionen" der Führung in .

Die UN-Botschafterin der , Nikki Haley, sagt: "Nun muss etwas Ernsthaftes geschehen." Noch für Dienstag war eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats vorgesehen.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) warf Pjöngjang vor, den Frieden aufs Spiel zu setzen. Er sei "bestürzt", in welch "brachialer Weise" Pjöngjang Resolutionen des -Sicherheitsrats verletze und Sicherheit und Frieden "schonungslos aufs Spiel" setze, sagte Gabriel in Washington. Er habe US-Außenminister Rex Tillerson Deutschlands Unterstützung bei den Bemühungen zugesichert, Nordkorea zur Rückkehr zu Gesprächen zu bewegen.

Das Weiße Haus teilte mit, Trump habe mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe telefoniert, und beide Politiker seien sich einig gewesen, dass Nordkorea eine "ernste und wachsende direkte Bedrohung" für die USA, , Südkorea und die Staaten der gesamten Welt bedeute. Die beiden Politiker hätten sich zugesagt, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen und "ihr Möglichstes zu tun, um die internationale Gemeinschaft davon zu überzeugen, genauso zu handeln".

Nach Einschätzung Chinas haben die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel mit dem neuerlichen Raketenabschuss Pjöngjangs einen "Wendepunkt" erreicht. Eine Sprecherin des Außenministeriums mahnte Zurückhaltung an. Demnach rufe Peking nach wie vor zu Friedensgesprächen auf. "Druck und Sanktionen" gegen Pjöngjang könnten den Konflikt "nicht grundlegend lösen".

Nordkoreas Botschafter bei den Vereinten Nationen verteidigte den Raketenabschuss als "Akt der Selbstverteidigung" angesichts der "feindlichen Absichten" Washingtons. Die derzeitigen Militärmanöver der USA mit Südkorea seien ein "fanatischer Akt", mit dem "Öl ins Feuer" gegossen werde, sagte Han Tae Song während der UN-Abrüstungskonferenz in Genf.

Der Regierung in Tokio zufolge stürzte die Rakete rund 1180 Kilometer östlich der zweitgrößten japanischen Insel Hokkaido ins Meer. Das südkoreanische Militär teilte mit, die Rakete sei von Sunan nahe der Hauptstadt Pjöngjang aus abgefeuert worden. Das Geschoss habe eine Strecke von 2700 Kilometern zurückgelegt und eine maximale Höhe von rund 550 Kilometern erreicht.

Das US-Verteidigungsministerium teilte am Dienstag mit, es habe sich um eine Mittelstreckenrakete gehandelt, die das US-Außengebiet Guam im Pazifik nicht bedroht habe. Nordkorea hatte kürzlich gedroht, Raketen in Richtung Guam, wo die USA einen Luftwaffenstützpunkt unterhalten, abzufeuern.

Die Lage habe die "Tendenz zur Eskalation", sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow. "Wir sind extrem besorgt über die allgemeine Entwicklung", fügte er laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti hinzu. Die jüngsten Militärübungen Südkoreas und der USA in der Region hätten eine Rolle dabei gespielt, Pjöngjang zu einem neuen Abschuss einer Rakete zu veranlassen.

Der Konflikt um Nordkoreas Raketenprogramm hatte sich deutlich zugespitzt, nachdem Pjöngjang im Juli zwei Interkontinentalraketen testete, die womöglich auch Ziele auf dem US-Festland erreichen könnten. Der UN-Sicherheitsrat beschloss daraufhin eine Verschärfung der Strafmaßnahmen gegen das Land.

AFP

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