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Offenbar dritter Flughafen-Attentäter von Brüssel in Haft

Nach den Brüsseler Anschlägen ist der dritte Flughafen-Attentäter offenbar in Haft: Der am Donnerstag festgenommene Fayçal C.

Video vom dritten Verdächtigen vom Flughafen Brüssel

Video vom dritten Verdächtigen vom Flughafen Brüssel

Nach den Brüsseler Anschlägen ist der dritte Flughafen-Attentäter offenbar in Haft: Der am Donnerstag festgenommene Fayçal C. werde eines Terroranschlags beschuldigt, erklärte die belgische Staatsanwaltschaft am Samstag. Aus Ermittlerkreisen hieß es, es handele sich womöglich um den Mann, der am Brüsseler Flughafen seinen Sprengsatz nicht gezündet hatte und zunächst entkommen war. Auch gegen zwei weitere Terror-Verdächtige wurde Haftbefehl erlassen.

Fayçal C. ist der einzige mutmaßlich direkt Beteiligte an den Anschlägen von Brüssel, der bislang identifiziert und festgenommen wurde. Er war am Donnerstag in Brüssel ebenso wie fünf weitere Verdächtige festgenommen worden. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden laut nach Staatsanwaltschat keine Waffen oder Sprengsätze gefunden.

Nach dem dritten Attentäter vom Flughafen wurde seit Dienstag mit Bildern einer Überwachungskamera gefahndet, auf denen er mit einer weißen Jacke und einem Hut zu sehen ist. Belgische Medien identifizierten den Verdächtigen als Fayçal Cheffou, eine offizielle Bestätigung hierfür gab es aber zunächst nicht. "Dies ist eine Hypothese", verlautete am Samstag aus Ermittlerkreisen.

Zwei der Attentäter - Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui - hatten sich am Dienstag am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt, Ibrahims Bruder Khalid El Bakraoui in einer U-Bahn-Station im Brüsseler Europaviertel. Ein Mann, der auf Bildern von Überwachungskameras neben Khalid El Bakraoui zu sehen waren, ist weiter flüchtig. Insgesamt wurden 31 Menschen getötet und 340 weitere verletzt. 24 Todesopfer, darunter eine Deutsche und elf weitere Ausländer, wurden bislang identifiziert.

Nach den Festnahmen am Donnerstagabend in Brüssel hatte die Polizei am Freitag im Zusammenhang mit neuen Anschlagsplänen in Frankreich drei weitere Männer in Gewahrsam genommen. Gegen den Verdächtigen Rabah N. sei wegen Beteiligung an terroristischen Handlungen Haftbefehl erlassen worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft nun mit.

Der am Donnerstag in Brüssel festgenommene Aboubakar A. werde ebenfalls beschuldigt, einer "terroristischen Gruppe" anzugehören. Der bei einem Polizeieinsatz im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek angeschossene Abderaman A. sitzt den Angaben zufolge weiter in Untersuchungshaft. Ein weiterer Verdächtiger kam nach einem Verhör wieder frei.

Im Zuge der Ermittlungen wurden die Verflechtungen zwischen den islamistischen Milieus in Belgien und Frankreich immer deutlicher: Der am Donnerstag in Paris festgenommene Verdächtige Reda Kriket gehörte der gleichen belgischen Islamistenzelle an wie der mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud. Der Brüssel-Attentäter Laachraoui war bereits im Zusammenhang mit den Attentaten in Paris gesucht worden, bei denen am 13. November 130 Menschen getötet wurden.

Der Verdacht, dass zwei in Gießen und im Raum Düsseldorf festgenommene Männer mit den Brüsseler Anschlägen zu tun haben, erhärtete sich bisher nicht. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte am Samstagabend in Karlsruhe, "dass wir bislang keinerlei belastbare Hinweise haben, dass die beiden Männer etwas mit den Anschlägen in Brüssel zu tun haben". Dies gelte insbesondere für den Beschuldigten in Gießen.

Rbb und SWR berichteten, die belgischen Behörden hätten ermittelt, dass es sich bei zwei zunächst verdächtig erschienen Textnachrichten auf dem Handy des Festgenommenen in Gießen um Verwechslungen handele.

Ein für Sonntag geplanter "Marsch gegen die Angst" in Brüssel wurde derweil abgesagt. Die Organisatoren reagierten damit auf Appelle des belgischen Innenministers Jan Jambon und Brüssels Bürgermeister Yvan Mayeur. Sie hatten hervorgehoben, dass die Polizei derzeit dringend für die Ermittlungen zu den Anschlägen gebraucht werde und daher nicht durch die Sicherung einer Kundgebung personell geschwächt werden solle. Die Organisatoren hatten mit der Kundgebung ein Zeichen gegen Extremismus und Gewalt setzen wollen.

Die Betreibergesellschaft des Brüsseler Flughafens teilte mit, der Airport Zaventem werde frühestens am Dienstag wieder seinen Betrieb aufnehmen.

AFP
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