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Syrien wirft Israel Angriff auf Militärposten bei Damaskus vor

Damaskus hat Israel einen Raketenangriff auf einen "Militärposten" beim Flughafen der syrischen Hauptstadt vorgeworfen.

Feuerball nach Explosion bei Damaskus

Feuerball nach Explosion bei Damaskus

Damaskus hat Israel einen Raketenangriff auf einen "" beim Flughafen der syrischen Hauptstadt vorgeworfen. Dabei wurde nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag womöglich ein Munitionslager der libanesischen Hisbollah-Miliz getroffen. Israel bestätigte den Angriff nicht direkt. Am Abend teilte die israelische Armee mit, dass sie über den Golan-Höhen ein Objekt abgeschossen habe. Laut israelischen Medien handelte es sich um eine Drohne.

"Ein Militärposten südwestlich des internationalen Flughafens von wurde bei Sonnenaufgang heute zum Ziel einer israelischen Aggression unter Einsatz mehrerer Raketen, die von besetztem Gebiet abgefeuert wurden", meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise. Der Angriff habe "Sachschaden" verursacht.

Ein Einwohner von Damaskus, von dessen Wohnung der Flughafen zu sehen ist, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe gegen 04.00 Uhr eine enorme Explosion gehört und einen riesigen Feuerball in Richtung des gesehen.

Unklar blieb, ob es sich um eine Stellung der syrischen Armee handelte. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor erklärt, dass wahrscheinlich ein Munitionsdepot der libanesischen Hisbollah-Miliz beim Flughafen getroffen worden sei, das allerdings weitgehend leer gewesen sei. Die schiitische Hisbollah-Miliz kämpft im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite von Machthaber Baschar al-Assad.

Der Hisbollah-Sender Al-Manar meldete, dass die Explosion sich in einem Treibstofflager und einem Lagerhaus ereignet habe. Al-Manar vermutete ebenfalls einen israelischen Luftangriff. Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs hat Israel immer wieder Ziele in Syrien bombardiert, darunter Waffenlieferungen für die .

Assad sagte in einem Interview, das der venezolanische Fernsehsender Telesur am Donnerstag ausstrahlte, sein Land verhandele mit über den Kauf von Russlands neuestem Raketenabwehrsystem zum Einsatz gegen israelische und US-Angriffe.

Der israelische Geheimdienstminister Jisrael Katz bestätigte eine Verantwortung seines Landes für den Angriff am Donnerstag nicht direkt. Er sagte jedoch im Militärradio, der Vorfall sei "im Einklang mit der israelischen Politik", die darin bestehe, die Lieferung hoch entwickelter Waffen aus dem Iran an die Hisbollah zu verhindern.

Später teilte die israelische Armee via Twitter mit, dass ihr Luftabwehrsystem "Patriot" über den besetzten Golan-Höhen ein "ein Zielobjekt" abgefangen habe. Zu israelischen Medienberichten, wonach es sich dabei um eine Drohne handelte, wollte sich eine Armeesprecherin nicht äußern.

Das mit Assad verbündete Russland rief derweil alle beteiligten Länder im Syrien-Konflikt zur Zurückhaltung auf. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow warnte vor einer "Zunahme der Spannungen". Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte bei einem Besuch in Moskau, sein Land werde eine "Konzentration von iranischen oder Hisbollah-Truppen am Golan-Rand" nicht tolerieren.

Die Hisbollah ist ein Feind Israels und zugleich wichtiger Verbündeter des Iran, der die islamistische Bewegung seit langem mit Geld und Waffen unterstützt. Israel flog in den vergangenen Jahren wiederholt Angriffe auf Waffenkonvois und Munitionsdepots der Hisbollah in Syrien. Im März verkündete Israel, mehrere Angriffe auf "hoch entwickelte Waffen" der Hisbollah nahe der Wüstenstadt Palmyra geflogen zu haben. Syrien feuerte daraufhin mehrere Raketen auf Israel ab.

AFP

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