Borussia Dortmund hat mit eiskalter Effizienz das Pokal-Märchen von Holstein Kiel beendet und träumt vom ersten Double in der Vereinsgeschichte.
Borussia Dortmund hat mit eiskalter Effizienz das Pokal-Märchen von Holstein Kiel beendet und träumt vom ersten Double in der Vereinsgeschichte. Der deutsche Meister und Bundesliga-Tabellenführer siegte souverän mit 4:0 (2:0) im Viertelfinale des DFB-Pokals beim Nord-Regionalligisten und zog erstmals seit vier Jahren wieder in die Runde der letzten Vier ein.
Bei Minusgraden auf hart gefrorenem Rasen entmutigte der zweimalige Pokalsieger den Außenseiter schnell, indem er die ersten beiden Torchancen durch Robert Lewandowski (11.) und Shinji Kagawa (18.) gleich zur vorentscheidenden 2:0-Führung nutzte. Damit stand früh fest, dass der in der Bundesliga seit 14 Spielen ungeschlagene BVB nicht das vierte prominente Opfer der Kieler Pokalhelden wurde - obwohl der Spielball den Namen "Pokalschreck" trug. Der eingewechselte Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87.) beseitigten die letzten Zweifel.
Während die Westfalen im Halbfinale am 20./21. März Anlauf auf ihre fünfte Endspielteilnahme nehmen, kann sich der Viertligist mit Pokal-Einnahmen von knapp drei Millionen Euro trösten. 71 Jahre nach dem letzten Halbfinaleinzug kann sich das Team von Trainer Thorsten Gutzeit ganz auf den Aufstieg in die 3. Liga konzentrieren.
100 Jahre nach ihrem einzigen Meistertitel hatten die Kieler für das "Jahrhundertspiel" vor 11.522 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion extra einen neuen Rasen verlegt und ihn mit einem 150.000 Euro teuren Klimazelt erwärmt. Mit dem dennoch hart gefrorenen Untergrund kamen zunächst auch die "Störche", die zuvor die Zweitligisten Energie Cottbus und MSV Duisburg sowie den Bundesligisten Mainz 05 ausgeschaltet hatten, besser zurecht. Nach einem Pass von Fiete Sykora scheiterte Marc Heider völlig freistehend an Dortmunds Ersatztorhüter Mitchell Langerak (8.).
Der Pokalsieger von 1965 und 1989 antwortete auf diese erste Torchance aber prompt. Nachdem die Kieler Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekommen hatte, zog Perisic aus der Drehung ab. Den verunglückten Torschuss verwertete der heranstürmende Lewandowski zum Führungstreffer.
Der Respekt des Regionalliga-Zweiten vor dem Favoriten wuchs minütlich. Der BVB konnte weitgehend ungestört kombinieren und nutzte gleich die zweite Chance zum vorentscheidenden 2:0: Kapitän Sebastian Kehl schickte Lukasz Piszczek auf der rechten Seite bis zur Grundlinie, nach dessen Pass in den Rücken der Abwehr traf Kagawa in den Winkel.
Auch nach der Pause geriet der Sieg der Dortmunder nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp bestimmte weiter das Spiel und ließ kaum Chancen des Viertligisten zu. Kurz vor Schluss machte der in der 67. Minute eingewechselte Barrios alles klar, ehe Perisic einen indirekten Freistoß aus acht Metern verwandelte.