14-jähriges Taliban-Opfer nach Großbritannien geflogen

15. Oktober 2012, 19:03 Uhr

Die bei einem Taliban-Überfall lebensgefährlich verletzte pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai ist zur weiteren medizinischen Behandlung in Großbritannien eingetroffen.

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Die bei einem Taliban-Überfall lebensgefährlich verletzte pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai ist zur weiteren medizinischen Behandlung in Großbritannien eingetroffen. Das Flugzeug mit der 14-Jährigen an Bord landete am Nachmittag in Birmingham, wie eine Flughafensprecherin mitteilte. Das Mädchen wurde umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert.

Zwei Taliban-Kämpfer hatten die 14-Jährige am Dienstag vergangener Woche im Swat-Tal im unruhigen Nordwesten Pakistans angegriffen, als sie im Schulbus unterwegs war. Malala wurde von einer Kugel im Kopf und einer in der Schulter getroffen und wurde bislang in pakistanischen Militärkrankenhäusern behandelt. Nachdem sie tagelang mit dem Tod gerungen hatte, wurden am Sonntag Fortschritte bei der Genesung gemeldet.

In Birmingham traf Malala in einem von den Vereinigten Arabischen Emiraten bereitgestellten Sanitätsflugzeug ein. Aus Sicherheitsgründen war der Abflug erst bekanntgegeben worden, als das Flugzeug bereits in der Luft war, wie Pakistans Innenminister Rehman Malik sagte. Extremisten hätten gedroht, die Jugendliche erneut anzugreifen.

Malala werde im Queen-Elizabeth-Krankenhaus in Birmingham behandelt, sagte eine Sprecherin des britischen Premierministers David Cameron. In der Klinik werden auch britische Soldaten, die bei Auslandseinsätzen verletzt werden, versorgt. Auf die Frage einer möglichen Bewachung des Mädchens während des Klinikaufenthaltes sagte die Sprecherin Camerons, die Sicherheitsfrage sei "berücksichtigt" worden.

Malala werde nun "eine spezialisierte medizinische Behandlung" in einem staatlichen Krankenhaus erfahren, sagte der britische Außenminister William Hague. "Die öffentliche Abscheu und Verurteilung dieses feigen Angriffs zeigen, dass das pakistanische Volk nicht von den Terroristen besiegt werden wird", fügte er hinzu. Am Sonntag hatten bei einer Kundgebung in der pakistanischen Metropole Karachi tausende Menschen ihre Sympathie für Malala bekundet. In den Moscheen des Landes und auch des benachbarten Afghanistan wurde für das Mädchen gebetet.

Malala hatte vor drei Jahren damit begonnen, auf einer Blog-Seite der britischen Rundfunkgesellschaft BBC Hinweise über Gräueltaten der Taliban im Swat-Tal zu veröffentlichen. Sie setzte sich auch für das Recht auf Bildung für alle Kinder ein. Die Taliban hatten im Swat-Tal zahlreiche Mädchenschulen geschlossen oder zerstört.

Auch auf höchster internationaler Ebene war der Angriff auf die Jugendliche scharf verurteilt worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, US-Präsident Barack Obama und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatten empört reagiert.

AFP