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News am 30.05.2012
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26. Februar 2012, 12:28 Uhr

Protest gegen Koran-Verbrennung in Afghanistan: 29 Tote

Nach mehrtägigen Ausschreitungen wegen der Verbrennung von Koran-Exemplaren auf einer US-Militärbasis hat der afghanische Präsident Hamid Karsai seine Landsleute zur Ruhe aufgerufen.

Nach mehrtägigen Ausschreitungen wegen der Verbrennung von Koran-Exemplaren auf einer US-Militärbasis hat der afghanische Präsident Hamid Karsai seine Landsleute zur Ruhe aufgerufen. Bei den Protesten habe es bereits 29 Tote und rund 200 Verletzte gegeben, beklagte Karsai in einer Fernsehansprache. "Nun ist der Zeitpunkt gekommen, ruhig und friedfertig zu sein." In den vergangenen Tagen hatte Karsai lediglich schriftliche Erklärungen abgegeben.

Karsai verurteilte die Verbrennung des Koran und verlangte eine Bestrafung der Verantwortlichen. Die afghanische Bevölkerung müsse jedoch darauf achten, dass ihre Gefühle nicht "von den Feinden des Landes missbraucht" würden. Die Sicherheitskräfte hätten den Auftrag, das Leben der Einwohner zu schützen.

Die radikalislamischen Taliban hatten die Afghanen dazu aufgerufen, zur Vergeltung für die Koran-Verbrennung ausländische Soldaten umzubringen. US-Präsident Barack Obama hatte sich für die Verbrennung der heiligen Schrift des Islams auf der US-Militärbasis Bagram nördlich von Kabul entschuldigt.

Nach der Ermordung der zwei US-Berater im afghanischen Innenministerium wird nun nach einem 25-jährigen Polizisten gefahndet, der nach dem Vorfall spurlos verschwand. Der afghanische Sender Tolo News berichtete, der Verdacht falle auf einen Polizisten, der seit dem Jahr 2007 im Dienst des Innenministeriums in Kabul gestanden habe.

Ein ranghoher Mitarbeiter des Ministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Verdächtige habe in der Geheimdienstabteilung des Ministeriums gearbeitet. Er wollte keinen Namen nennen. Tolo News berichtete weiter, der Mann habe in Pakistan studiert, sei als Fahrer im Innenministerium eingestellt worden, habe dort eine Weiterbildung absolviert und sei zuletzt als Polizist in der Geheimdienstabteilung im Einsatz gewesen.

Die beiden US-Berater waren am Samstag im Gebäude des Innenministeriums erschossen worden. Die radikalislamischen Taliban verkündeten nach dem Vorfall, dass insgesamt vier Berater des Innenministeriums getötet worden seien.

Die USA wollen auch nach der Tötung der zwei US-Militärberater an der Partnerschaft mit Afghanistan festhalten. Dies erklärte das Weiße Haus in Washington. "Die USA bleiben bei der Partnerschaft mit der afghanischen Regierung und dem afghanischen Volk, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen, Al-Kaida zu zerschlagen."

AFP