8. März 2012, 17:48 Uhr

Athen: 75 Prozent der Gläubiger für Schuldenerlass

Mehr als 75 Prozent der privaten Gläubiger haben nach Angaben der griechischen Regierung inzwischen zugesagt, sich freiwillig an dem geplanten Schuldenschnitt zu beteiligen.

Mehr als 75 Prozent der privaten Gläubiger haben nach Angaben der griechischen Regierung inzwischen zugesagt, sich freiwillig an dem geplanten Schuldenschnitt zu beteiligen. Das verlautete am Nachmittag aus Regierungskreisen in Athen. Die Regierung hatte die Marke von mindestens 75 Prozent angepeilt, um den Schuldenschnitt erfolgreich abwickeln zu können.

Finanzminister Evangelos Venizelos sagte im Parlament, ein "historisches Verfahren" von "noch nie dagewesener Größe und Komplexität" stehe kurz vor dem Abschluss. Es gehe darum, die griechischen Staatschulden "drastisch zu senken".

Die Privatgläubiger Griechenlands wie Banken und Versicherungen sollten bis zum Abend mitteilen, ob sie dem Land Schulden von insgesamt 107 Milliarden Euro erlassen. Bis Mittwochabend hatten sich bereits etwas mehr als die Hälfte der Privatgläubiger einverstanden erklärt, ihre griechischen Staatsanleihen gegen neue Schuldpapiere mit geringerem Wert und längeren Laufzeiten einzutauschen. Beteiligen wollen sich etwa deutsche Großgläubiger wie die Allianz, die Commerzbank und die Deutsche Bank.

Die Regierung in Athen strebt für den Schuldenschnitt eine Beteiligung von 90 Prozent an. Ein erfolgreicher Schuldenschnitt ist die Voraussetzung dafür, dass die Euro-Länder endgültig grünes Licht für weitere Milliardenkredite geben. Außerdem musste die griechische Regierung nach massiven Lohnkürzungen, Steuererhöhungen und Stellenstreichungen weitere Einsparungen in Höhe von 325 Millionen Euro vorweisen.

AFP