Offenbar als Reaktion auf die Proteste in seinem Land hat der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika eine Verfassungsreform angekündigt. Die Reform ziele auf die "Stärkung der Demokratie", sagte Bouteflika am Freitagabend in einer vom Fernsehen übertragenenen Rede an die Nation. Dazu bedürfe es Änderungen an der Verfassung von 1996. Der 74-jährige Staatschef, der seit zwölf Jahren an der Spitze des nordafrikanischen Landes steht, kündigte die Einsetzung einer Verfassungskommission an, "an der die handelnden politischen Strömungen" sowie "Verfassungsrechtsexperten" teilnehmen sollen. Demnach sollen auch Parteien, die nicht im Parlament vertreten sind, an der Ausarbeitung der Reform beteiligt werden.