Rund 30 amerikanische Staats- und Regierungschefs, darunter US-Präsident Barack Obama, sind zu einem Gipfel in der kolumbianischen Küstenstadt Cartagena zusammengekommen.
Rund 30 amerikanische Staats- und Regierungschefs, darunter US-Präsident Barack Obama, sind zu einem Gipfel in der kolumbianischen Küstenstadt Cartagena zusammengekommen. Themen des zweitägigen Treffens sind unter anderem der Kampf gegen Armut und Drogen. Kurz vor dem von 17.000 Sicherheitskräften bewachten Amerika-Gipfel gingen zwei kleine Sprengsätze hoch, bei denen aber niemand verletzt wurde.
In Cartagena explodierten zwei Sprengsätze in einem Busbahnhof und nahe eines Supermarktes, wie der Sicherheitschef der kolumbianischen Polizei, General Rodolfo Palomino, sagte. Niemand sei verletzt worden, es habe keinen Sachschaden gegeben. Auch in der Hauptstadt Bogotá gingen am Freitagabend zwei Bomben hoch, ohne aber laut Polizei jemanden zu verletzen oder Schäden anzurichten. Wer hinter den Explosionen stand, war zunächst unklar. In kolumbianischen Städten gibt es immer wieder Sprengstoffanschläge, für die linksgerichtete Guerilla-Gruppen verantwortlich gemacht werden.
Wenige Stunden vor den Explosionen war Obama in Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste zum Amerika-Gipfel eingetroffen. Auf der Tagesordnung standen auch das Vorgehen gegen Korruption und Gewalt. Vor seiner Abreise erteilte Obama in einem Interview mit lateinamerikanischen Zeitungen einer Legalisierung von Drogen in den USA eine Absage. Diese hätte "negative Folgen für Gesundheit und Sicherheit in all unseren Staaten", sagte Obama.
Auch der Ausschluss Kubas aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und die seit fünf Jahrzehnten anhaltende Blockade der USA gegen den Inselstaat dürften erörtert werden. Kuba wurde zu dem Amerika-Gipfel nicht eingeladen. Aus Proteste dagegen blieb Ecuadors linksgerichteter Staatschef Rafael Correa dem Gipfeltreffen fern. Boliviens Staatschef Evo Morales sagte bei seiner Ankunft in Cartagena, dies werde der letzte Amerika-Gipfel ohne Kuba sein. Kurz vor Beginn sagte der an Krebs erkrankte venezolanische Präsident Hugo Chávez seine Teilnahme an dem Gipfel ab. Abwesend war zudem Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega.
Unterdessen wurden mehrere Mitarbeiter des für Obamas Sicherheit zuständigen Secret Service wegen eines mutmaßlichen Sexskandals aus Cartagena abgezogen. Es habe Berichte über ein "Fehlverhalten" der Männer während der Vorbereitung von Obamas Reise gegeben, erklärte der zuständige Secret-Service-Chef Edwin Donovan. Die Mitarbeiter seien ihrer Aufgabe entbunden worden, in die USA zurückgekehrt und durch andere Sicherheitsbeamte ersetzt worden. Laut "Washington Post" hatte mindestens einer der Leibwächter in Cartagena Umgang mit Prostituierten.
jpf/jm