11. April 2012, 10:53 Uhr

Nordkorea beginnt Betankung seiner Rakete

Nordkorea hat mit der Betankung der Trägerrakete begonnen, die einen Satelliten ins All bringen soll. Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch aus Pjöngjang berichtete, seien alle Vorbereitungen für den Start getroffen.

Zur Vorbereitung seines umstrittenen Raketenstarts hat Nordkorea mit der Betankung der Rakete begonnen. Das Betanken des Flugkörpers laufe, sagte Paek Chang Ho, der Chef des nordkoreanischen Satelliten-Kontrollzentrums in einem Vorort von Pjöngjang, vor ausländischen Journalisten. Die Rakete Unha-3 soll einen Satelliten zur Erdbeobachtung ins All bringen. International wird der geplante Raketenstart als Verstoß gegen UN-Resolutionen zu den Atom- und Waffenprogrammen Nordkoreas scharf kritisiert.

Das Land hat außerdem einen neuen Verteidigungsminister ernannt. Die Zeitung der regierenden Arbeiterpartei, "Rodong Sinmun", berichtete, Kim Jong Gak sei nun "Minister der bewaffneten Kräfte des Volkes". Er hielt am Dienstag eine Rede. Kim Jong Gak folgt auf den 75-jährigen Kim Yong Chun, der seit 1956 dem nordkoreanischen Militär diente.

Der südkoreanische Analyst Cheong Seong Chang wertete die Umbesetzung als ein Zeichen, dass der neue Machthaber Kim Jong Un Vertraute in Schlüsselpositionen heben möchte. "Die Ernennung wurde nicht offiziell bekanntgegeben, aber Kim Jong Gak wird Jong Un dabei helfen, eine harte Kontrolle über das Militär zu erlangen", sagte Cheong. Kim Jong Gak war bei der Beerdigung des früheren Machthabers Kim Jong Il an der Seite von dessen Sohn Kim Jong Un zu sehen.

Gedenken an Kim Il Sung

Der Raketenstart ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten rund um den 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung am Sonntag. Der Satellit soll zwischen Donnerstag und Montag kommender Woche ins All gebracht werden. Von dort aus soll er nach offizieller Darstellung zu zivilen Zwecken Daten von Wäldern und den natürlichen Ressourcen in Nordkorea sammeln.

Mehrere westliche Regierungen sehen hinter dem Start des Satelliten dagegen einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Pjöngjang hatte jeweils wenige Monate vor den Atomwaffentests 2006 und 2009 Langstreckenraketen getestet. Südkorea befürchtet, dass der Norden auch diesmal einen Atomwaffentest vorbereitet.

AFP/DPA
 
 
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