Anzeichen für Einsatz gegen Damaskus verdichten sich

27. August 2013, 22:53 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien verdichten sich die Anzeichen auf ein militärisches Eingreifen mehrerer Staaten.

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Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien verdichten sich die Anzeichen auf ein militärisches Eingreifen mehrerer Staaten. Die britischen Streitkräfte treiben nach Angaben der Regierung entsprechende Pläne voran, die USA könnten laut Medienberichten bereits am Donnerstag mit Luftangriffen starten. Das Weiße Haus machte Damaskus für den Chemiewaffeneinsatz verantwortlich, bei dem nach Angaben der Opposition vergangene Woche mehr als 1300 Menschen getötet wurden.

Der mögliche Militäreinsatz in Syrien solle auf drei Tage begrenzt bleiben, berichtete der US-Fernsehsender NBC unter Berufung auf Regierungskreise. Zuvor hatten bereits die "Washington Post" und die "New York Times" über Planungen für einen räumlich und zeitlich eng begrenzten Einsatz berichtet.

Denkbar sei ein Angriff auf militärische Ziele mit Marschflugkörpern, die von US-Kriegsschiffen im Mittelmeer abgefeuert werden könnten, hieß es. Die USA wollen nach Angaben von Regierungssprecher Jay Carney Syriens Machthaber Baschar al-Assad nicht stürzen, jedoch eine klare Botschaft an Damaskus senden. Auch der britische Vize-Premier Nick Clegg sagte den Sendern BBC und Sky News, nötig sei eine "ernsthafte Antwort" auf die Vorgänge in Syrien. Es werde aber "kein Systemwechsel" angepeilt.

Carney sagte in Washington, für jeden, der die Vorfälle "logisch" betrachte, dürfe es "keinen Zweifel" geben, dass die syrische Regierung für den Chemiewaffeneinsatz verantwortlich sei. Vom Gegenteil auszugehen, sei "absurd". Dieser Einschätzung schloss sich auch Kanadas Premierminister Stephen Harper an, der nach Angaben seines Büros mit Obama telefonierte.

Carney kündigte zudem an, dass Washington noch "in dieser Woche" Material der US-Geheimdienste zu den mutmaßlichen Giftgasangriffen veröffentlichen werde. Eine Entscheidung zur Reaktion der USA auf die mutmaßlichen Angriffe habe Präsident Barack Obama aber noch nicht getroffen.

Frankreichs Präsident François Hollande sagte ebenfalls, alles deute darauf hin, dass die syrische Regierung für diese "schändliche Tat" verantwortlich sei. Frankreich sei bereit, die Verantwortlichen dafür zu "bestrafen". Die Entscheidung über ein militärisches Eingreifen werde "in den kommenden Tagen" fallen. Am Donnerstag will Hollande den Chef der syrischen Opposition zu Gesprächen in Paris empfangen. Das Treffen zwischen Hollande und Ahmad al-Assi al-Dscharba, dem Präsidenten der Syrischen Nationalen Koalition, kündigte die französische Präsidentschaft am Abend an.

Am Donnerstag soll auch das britische Parlament über das weitere Vorgehen im Syrien-Konflikt abstimmen. "Es wird eine klare Regierungsvorlage und Abstimmung zur Antwort des Vereinigten Königreichs auf Chemiewaffenangriffe geben", twitterte Premier David Cameron.

AFP