Aktivisten: Armee beschießt weiter Stadtteile Aleppos

12. August 2012, 09:48 Uhr

Die syrische Armee hat nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten weiter Viertel der Wirtschaftsmetropole Aleppo beschossen.

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Die syrische Armee hat nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten weiter Viertel der Wirtschaftsmetropole Aleppo beschossen. Neben dem strategisch wichtigen Viertel Salaheddin würden auch vier weitere Stadtteile attackiert, erklärte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Demnach waren am Morgen auch in der Hauptstadt Damaskus Schüsse zu hören, beschossen worden seien zudem die Ortschaften Al-Tal und Harista in der Provinz Damaskus. Kämpfe gab es den Angaben zufolge auch in Ortschaften der südlichen Provinz Daraa.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle waren am Samstag landesweit mindestens 148 Menschen getötet worden, unter ihnen 85 Zivilisten. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Beobachtungsstelle gibt die Zahl der Toten seit Beginn der Proteste gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad im März 2011 mit mehr als 21.000 an.

Im saudiarabischen Dschiddah kommen heute die Außenminister der arabischen Staaten zusammen, um über den weiteren Umgang mit dem Konflikt und die Nachfolge für den scheidenden Syrien-Sondergesandten Kofi Annan zu beraten. Der gemeinsame Vermittler von UNO und Arabischer Liga hatte sein Ausscheiden für Ende August angekündigt und den Umgang der Staatengemeinschaft mit dem Syrien-Konflikt als zu unentschlossen kritisiert. Als Favorit für seine Nachfolge gilt der frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi.

Unterdessen sprach sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) dafür aus, Syriens Machthaber Baschar al-Assad vor den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag zu bringen. "Das Beste wäre, wenn Assad vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gestellt würde", sagte Westerwelle der "Bild am Sonntag". Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, könne er sich aber auch eine Ausreise Assads ins Exil vorstellen.

Sollte sich "ein weiteres Sterben vermeiden lassen, indem Assad das Land freiwillig verlässt, steht für mich die Strafverfolgung nicht im Vordergrund", sagte Westerwelle. Auch wenn eine solche Lösung seinem "Gerechtigkeitsgefühl" zuwider laufe, sei doch das Wichtigste, das "Sterben zu beenden und eine friedliche und demokratische Zukunft Syriens zu ermöglichen".

AFP