Ob Frösche mit spektakulärem Flammenmuster auf dem Kopf, Riesenschlangen von der Länge eines Autos oder affenfressende Fische - alle drei Tage wird im Amazonas-Gebiet eine bislang unbekannte Tier- oder Pflanzenart entdeckt.
Ob Frösche mit spektakulärem Flammenmuster auf dem Kopf, Riesenschlangen von der Länge eines Autos oder affenfressende Fische - alle drei Tage wird im Amazonas-Gebiet eine bislang unbekannte Tier- oder Pflanzenart entdeckt. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden in dem Naturparadies nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF 1220 neue Spezies aufgespürt. Es gebe dort eine "unglaubliche Artenvielfalt", sagte der Amazonas-Experte der Umweltschutzorganisation, Francisco Ruiz, am Dienstag bei der Vorstellung des WWF-Berichts im japanischen Nagoya.
Unter den zwischen 1999 und 2009 neu entdeckten Arten finden sich 637 Pflanzen, 257 Fische, 216 Amphibien, 55 Reptilien, 16 Vögel und 39 Säugetiere. Zu den aufsehenerregendsten Entdeckungen gehört dabei der Fund einer mehr als vier Meer langen Anakonda-Art. Die Riesenschlange wurde im Jahr 2005 in Bolivien entdeckt.
Zu den zuvor unbekannten Fischarten zählt auch ein erstmals im Jahr 2005 im Amazonas entdeckter Riesenwels. Zwei Jahre später wurde in Venezuela ein 1,5 Meter großes Exemplar gefunden, das 32 Kilogramm auf die Waage brachte. Seitdem wurden nach Angaben des WWF auch mehrere dieser Welse gefangen, bei denen Affenknochen in ihrem Magen gefunden wurden. Zu den 637 neu entdeckten Pflanzenarten gehören unter anderem Sonnenblumen, Efeugewächse, Lilien sowie diverse Ananasarten.
Der WWF nahm die Vorstellung des Berichts zum Anlass, vor der Gefährdung des Amazonas-Gebietes durch den Menschen zu warnen. In den vergangenen 50 Jahren seien bereits 17 Prozent des Amazonas-Gebietes durch Rodung und Abholzung etwa für die Viehwirtschaft oder für Palmöl-Plantagen zerstört worden - eine Fläche, zwei Mal so groß wie Spanien.