Der Chef der Krankenkasse AOK will durch eine Verringerung der Praxiszulassungen in der Stadt den Ärztemangel auf dem Land beseitigen.
Der Chef der Krankenkasse AOK will durch eine Verringerung der Praxiszulassungen in der Stadt den Ärztemangel auf dem Land beseitigen. "So lange sich Ärzte weiter in überversorgten Gebieten niederlassen können, geht kaum einer freiwillig aufs Land", sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Herbert Reichelt, der Zeitung "Die Welt" vom Montag. Er schlug vor, Arztpraxen in Städten aufzukaufen und zu schließen, um den Mangel an Ärzten auf dem Land zu beseitigen. Das Ziel müsse sein, die Zahl der Praxen in überversorgten Gebieten langfristig zu verringern.
Reichelt sagte der Zeitung, "ich könnte mir vorstellen, dass Ärzte, die in überversorgten Gebieten aus Altersgründen aufhören, eine Art Abfindung für ihre Praxis bekommen". Diese könne aus dem bestehenden Honorarvolumen finanziert werden. Reichelt äußerte Zweifel daran, dass es in Deutschland überhaupt einen Ärztemangel gibt. Gerade in Großstädten und in deren Umgebung gebe es viel mehr Ärzte, als für eine gute Versorgung notwendig seien. "In Freiburg oder München gibt es mehr als ein Drittel Hausärzte zu viel. Wir haben also ein Verteilungsproblem", sagte der Chef des AOK-Bundesverbands.