Vulkanasche aus Chile behindert schon den vierten Tag den Luftverkehr in Australien. Zehntausende Menschen blieben deshalb in den vergangenen Tagen am Boden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon musste sogar seinen 67. Geburtstag deshalb an einer Tankstelle verbringen
Die Aschewolke des chilenischen Vulkans Puyehue hat am Mittwoch zu weiteren Beeinträchtigungen im australischen Flugverkehr geführt. Die Vulkanasche sei von einer Kaltfront aus dem Süden weiter in den Westen des Landes getrieben worden, sagte Graham Weston vom Vorhersagezentrum für Vulkanasche. Während der Flugverkehr auf dem australischen Festland, der Insel Tasmanien sowie in Neuseeland am vierten Tag in Folge durch die Vulkanasche gestört wurde, strichen die Fluggesellschaften Virgin Australia, Qantas und Jetair nun auch alle Flüge in der Millionenmetropole Perth im Westen Australiens.
Qantas teilte mit, dass ab 13.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr MESZ) alle Flüge von und nach Perth annulliert würden. Die Bewegung der Aschewolke und deren Auswirkung auf die Flüge würden weiterhin verfolgt. Die Gesellschaft Virgin Australia, die bislang um die Aschewolke herum oder in niedrigerer Höhe geflogen war, erklärte, dass sich die Situation in der Millionenstadt verschlimmert habe. Die Aschekonzentration habe auch niedriger liegende Luftschichten erreicht und sei zudem dichter und gefährlicher geworden. Damit könnten die Maschinen nicht mehr unter sicheren Bedingungen fliegen, weshalb alle Flüge von und nach Perth bis auf weiteres gestrichen worden seien.
Sally Cutter vom australischen Vulkanasche-Warnzentrum erklärte, die niedrigere Höhe der Asche nahe Perth stelle eine Gefahr dar. Jede Fluggesellschaft müsse selbst entscheiden, welches Risiko sie eingehen wolle, sagte Cutter. Insgesamt wird Perth von 17 internationalen Fluggesellschaften angeflogen.
Nach einem halben Jahrhundert war der Puyehue am 4. Juni erstmals wieder ausgebrochen. Die Aschewolke führte auch in Argentinien und Uruguay zu Störungen im Flugverkehr, wodurch beispielsweise UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gezwungen wurde, per Boot von Buenos Aires nach Montevideo zu gelangen. Geologen der chilenischen Regierung rechnen auch in den kommenden Tagen mit verstärkten Ausbrüchen des Vulkans. Erst vergangenes Jahr hatte der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjöll für ein Reise-Chaos in Europa gesorgt.