Südkoreas Präsident Lee Myung Bak und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao haben am Samstag das Katastrophengebiet im Norden Japans besucht.
Südkoreas Präsident Lee Myung Bak und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao haben am Samstag das Katastrophengebiet im Norden Japans besucht. Lee trug einen blauen Arbeitsoverall, als er vor Trümmern in Natori in der von dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami vom 11. März besonders schwer getroffenen Provinz Miyagi Blumen niederlegte und ein Gebet sprach. Wen besuchte in Natori Notunterkünfte und lobte den Zusammenhalt der Japaner nach der Naturkatastrophe.
Später trafen die beiden Politiker in der Stadt Fukushima, rund 60 Kilometer von dem havarierten Atomkraftwerk entfernt, den japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan, bevor sie in der Hauptstadt Tokio zu einem Gipfeltreffen zusammenkommen wollten. Thema der zweitägigen Gespräche dürften die Atomkatastrophe, weitere Hilfen für Japan und die Zusammenarbeit der drei Länder beim Katastrophenschutz sein.
Das Atomkraftwerk Fukushima war bei dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami schwer beschädigt worden. In der Folge waren große Mengen radioaktiven Materials in die Umwelt ausgetreten. Rund 24.000 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben oder werden seitdem vermisst, zehntausende weitere mussten ihren Häuser verlassen.
Vor dem Atomkraftwerk Fukushima ging am Samstag unterdessen ein gigantisches Floß vor Anker, um radioaktives Wasser aufzufangen. Das 136 Meter lange und 46 Meter breite Ponton-ähnliche Becken kann nach Angaben der Akw-Betreiberfirma Tepco bis zu 10.000 Tonnen Wasser fassen. Die Stadt Shizuoka stellte das Floß zur Verfügung, das dort normalerweise von Anglern genutzt wird.