Vor dem Oberlandesgericht München (OLG) hat am Dienstag der Prozess gegen acht mutmaßliche Islamisten begonnen, die von Deutschland aus im Internet islamistische Propaganda verbreitet haben sollen.
Acht mutmaßliche Islamisten müssen sich seit Dienstag vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Sie sollen Aufrufe zum "Heiligen Krieg", Terror-Propaganda und brutale Videos von Anschlägen und Enthauptungen ins Internet gestellt haben. Kurz nach Beginn wurde die Verhandlung zunächst unterbrochen. Die Verteidigung beantragte den Ausschluss der Öffentlichkeit, da die Angeklagten zur Tatzeit noch Jugendliche waren.
Die sieben jungen Männer und eine Frau haben nach Auffassung der Bundesanwaltschaft über die deutsche Sektion der "Globalen Islamischen Medienfront" islamistische Propaganda verbreitet. Mit ihren Internet-Veröffentlichungen sollen sie Al-Kaida, Al-Kaida im Zweistromland und Ansar al-Islam als terroristische Vereinigungen im Ausland unterstützt haben. Den in Deutschland geborenen Angeklagten wird auch Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft stellten sie von August 2006 bis März 2008 Propagandamaterial in deutscher Übersetzung ins Internet. Mit einigen Veröffentlichungen sollten demnach auch neue Mitglieder oder Unterstützer für Al-Kaida gewonnen werden.