Die NATO-Friedenstruppen im Kosovo sind auf eventuelle Gewalttaten nach der für Donnerstag erwarteten Stellungnahme des Internationalen Gerichtshofs (IGH) zur Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeit der ehemaligen serbischen Provinz eingerichtet. Noch gebe es keine Hinweise auf mögliche Ausschreitungen, sagte KFOR-Kommandeur Markus Bentler am Mittwoch. Dennoch würden die Truppen am Donnerstag deutlich präsent sein. Der Deutsche kommandiert 10.000 KFOR-Soldaten. Ziel der multinationalen Mission ist es, gewaltsame Kämpfe zwischen Serben und Kosovo-Albanern zu verhindern.
Der Gerichtshof (IGH) in Den Haag gibt am Donnerstag eine Stellungnahme zur Rechtmäßigkeit der einseitig vom Kosovo ausgerufenen Unabhängigkeit von Serbien ab. Experten erwarten, dass das wichtigste Rechtsorgan der Vereinten Nationen sein nicht bindendes Gutachten sehr vorsichtig formulieren wird.
Die ehemalige serbische Provinz Kosovo war nach dem Ende der NATO-Luftangriffe im Jahr 1999 unter UN-Verwaltung gestellt worden. Im Februar 2008 erklärte sie sich nach dem Ende zäher und unergiebiger Gespräche mit Serbien für unabhängig. Belgrad erkennt die Unabhängigkeit nicht an. Auf Betreiben Serbiens bestellte die UN-Vollversammlung im Oktober 2008 beim IGH ein Rechtsgutachten zu der Frage.