Die Gegner des umstrittenen Bahnhofsumbaus in Stuttgart haben ein für Freitag geplantes Spitzengespräch über das Milliardenprojekt abgesagt.
Die Gegner des umstrittenen Bahnhofsumbaus in Stuttgart haben ein für Freitag geplantes Spitzengespräch über das Milliardenprojekt abgesagt. Da die Abriss-Arbeiten weitergingen, fehle "die Grundlage für ein ernst gemeintes, ergebnisoffenes Gespräch", erklärte das Aktionsbündnis der Gegner am Montagabend. Zudem sei nicht klar, über welche Themen Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) bei dem Treffen überhaupt reden wolle. Am Abend hatten laut dem Bündnis erneut "knapp 20.000 Menschen" gegen dem Bahnhofsumbau in Stuttgart demonstriert, die Polizei sprach von 8000 Protestteilnehmern.
Voraussetzung für ein Spitzengespräch sei, "dass die Bagger wirklich stillstehen, und zwar nicht nur für ein paar Stunden", sagte Bündnissprecher Axel Wieland der Nachrichtenagentur AFP. Die Arbeiten müssten in den Tagen bis zu dem Treffen eingestellt werden. Das Bündnis sei aber trotz der nun erfolgten Absage an den Termin am Freitag "jederzeit gesprächsbereit", betonte Wieland. Es erwarte aber davor "ernsthafte Signale" und wolle Gespräche, "bei denen der Ausstieg auch eine mögliche Option ist".
"Stuttgart 21" gilt als derzeit größtes Infrastrukturprojekt in Europa. Der bisherige Stuttgarter Kopfbahnhof soll durch eine Verlegung in den Untergrund zu einer Durchgangsstation gemacht werden, außerdem soll in Richtung Ulm eine Schnellbahnverbindung entstehen. Die Gegner kritisieren die Kosten, ökologische Folgen und angebliche Sicherheitsgefahren durch das Bauprojekt.