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20. August 2010, 09:39 Uhr

Strafanzeige gegen Gründer der Noa Bank

Ermittlungen nach Insolvenz: Im Zusammenhang mit der Schließung der als Alternative zu herkömmlichen Banken gestarteten Noa Bank ist die Justiz aktiv geworden.

Im Zusammenhang mit der Schließung der als Alternative zu herkömmlichen Banken gestarteten Noa Bank ist die Justiz aktiv geworden. Nach einer Strafanzeige gegen Bankgründer François Jozic und seinen Geschäftspartner Frederic Lodewyk werde nun geprüft, ob es zu Ermittlungen komme, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts" (Freitagsausgabe). Derzeit würden aber noch Unterlagen geprüft. Die Anzeige richte sich gegen Geschäfte der Noa-Bank-Tochter Noa Factoring, die am Mittwoch Insolvenz angemeldet hatte.

Das Geschäft von Noa Factoring bestand darin, Unternehmen Forderungen gegenüber deren Kunden abzukaufen und das Geld dann selbst einzutreiben - das sogenannte Factoring. Gegen die Noa-Bank-Tochter wird der Vorwurf erhoben, die Forderungen eingezogen, das Geld aber nicht weitergereicht zu haben.

Die Noa Bank war am Mittwoch von der Finanzaufsicht BaFin geschlossen worden - ein dreiviertel Jahr, nachdem sie die Geschäfte aufgenommen hatte. Die Finanzwächter hatten die Schließung der Bank damit begründet, dass dem Kreditinstitut nach dem Insolvenzantrag seiner Factoring-Tochter Zahlungsfähigkeit und Überschuldung gedroht hätten.

Die Noa Bank war im November an den Start gegangen und versuchte sich vor dem Hintergrund der Finanzkrise als Alternative auf dem deutschen Markt zu positionieren. Seitdem gewann das Institut 15.000 Kunden und sammelte 300 Millionen Euro Spareinlagen ein.

Die Noa Bank lockte neue Kunden mit attraktiven Zinsen und dem Versprechen, die Kundengelder transparent als Kredite an Firmen zu vergeben. Die Kunden konnten sich bei ihren Tages- und Festgeldkonten aussuchen, in welche Wirtschaftsbereiche ihr Geld als Unternehmensdarlehen fließen soll: Region, Umwelt, Gesundheit oder Kultur.

Im Juni stoppte die Noa Bank jedoch die Vergabe neuer Festgeldkonten und nahm seitdem auch kein frisches Tagesgeld mehr von Sparern an. Als Grund nannte sie, dass sie schneller Geld von Kunden bekam, als sie Kredite vergeben konnte. Offenbar liefen zum damaligen Zeitpunkt aber schon Auseinandersetzungen mit der Finanzaufsicht BaFin über die Kapitalabsicherung der Bank.

AFP
 
 
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