Kreditinstitute haben in der Nacht zum Donnerstag so viel Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) deponiert wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Die Institute lagerten kurzfristig 304,4 Milliarden Euro bei der Notenbank ein, wie diese am Donnerstag mitteilte. Steigende Übernacht-Einlagen bei der EZB sind ein Zeichen für ein zunehmendes Misstrauen der Kreditinstitute untereinander: Sie sind nicht mehr bereit, allzu große Summen bei anderen Banken zu lagern. Stattdessen deponieren sie ihr Geld lieber bei der Zentralbank - obwohl dort die Konditionen deutlich schlechter sind. Die EZB zahlt derzeit 0,5 Prozent Zinsen auf die Einlagen. Auf dem Interbankenmarkt werden 0,81 Prozent Zinsen gezahlt.