Barack und Michelle Obama tanzen in zweite Amtsperiode

22. Januar 2013, 07:28 Uhr

Mit einem Tanz Wange an Wange mit seiner Frau Michelle hat US-Präsident Barack Obama die Feierlichkeiten zum Beginn seiner zweiten Amtszeit ausklingen lassen.

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Mit einem Tanz Wange an Wange mit seiner Frau Michelle hat US-Präsident Barack Obama die Feierlichkeiten zum Beginn seiner zweiten Amtszeit ausklingen lassen. In dem riesigen Ballsaal des Kongresses in Washington brandete Jubel auf, als Obama seine Frau auf die Tanzfläche führte. Vor dem abendlichen Tanz hatte Obama zunächst seinen Amtseid abgelegt und auf den Stufen des Kapitols seine Anrittsrede gehalten. Anschließend nahmen die Obamas an der Inaugurations-Parade über die Pennsylvania Avenue zum Weißen Haus teil.

Die First Lady trug beim Ball ein schulterfreies knallrotes Ballkleid mit Rückenausschnitt, das wie bereits ihr Kleid für die offiziellen Bälle zu Obamas Amtsantritt 2009 von Jason Wu entworfen wurde. Schuhe von Jimmy Choo rundeten das Outfit ab. Der Präsident trug zum Smoking eine weiße Fliege.

Während Jennifer Hudson "I'm loving you forever" ("Ich liebe dich für immer") sang, zog der US-Präsident seine Frau noch ein bisschen enger an sich. Das Paar strahlte und war sich offensichtlich bewusst, dass es die ganze Aufmerksamkeit der vielen Ballbesucher auf sich zog. Viele zückten ihre Kameras, um den Moment festzuhalten.

Michelle Obama twitterte kurze Zeit später: "Ich habe gerade auf 'Let's Stay Together' mit der Liebe meines Lebens getanzt, die auch der Präsident der Vereinigten Staaten ist. Ich bin so stolz auf Barack."

2009 hatten die Obamas anlässlich der Amtseinführung auf etwa einem Dutzend Bällen getanzt. Dieses Jahr gab es nur zwei offizielle Bälle - einen für Angehörige der Armee und einen für Zivilisten.

In der Antrittsrede auf den Stufen des Kapitols stimmte Obama die Menschen auf schwierige Aufgaben in den kommenden Jahren ein. Die Wirtschaft müsse sich erholen, die soziale Sicherheit verbessert werden. Der Präsident rief auch zu einer Reform des Einwanderungsrechts, der Verbesserung des Bildungssystems und dem Kampf gegen den Klimawandel auf. "Mehr denn je müssen wir diese Dinge gemeinsam tun, als eine Nation und ein Volk", sagte er. "Wir können uns keine Verzögerungen leisten."

Obama forderte in der Rede, allen Menschen in den USA die gleichen Chancen zu gewähren. "Unsere Reise wird nicht vollendet sein, bis unsere schwulen Brüder und Schwestern rechtlich wie alle anderen behandelt werden", sagte er. "Unsere Reise wird nicht vollendet sein, bis wir einen besseren Weg finden, die aufstrebenden, hoffnungsfrohen Einwanderer willkommen zu heißen." Der Präsident erneuerte seinen Ruf nach mehr sozialer Gerechtigkeit. Die USA könnten nicht erfolgreich sein, "wenn es immer weniger Menschen sehr gut geht und eine wachsende Mehrheit kaum über die Runden kommt".

In der Außenpolitik kündigte Obama an, mit anderen Ländern zusammenarbeiten zu wollen. "Amerika wird der Anker von starken Bündnissen in jeder Ecke der Welt bleiben", sagte der Präsident. Mit Blick auf den Abzug der US-Truppen aus dem Irak und dem endenden Afghanistan-Einsatz fügte er hinzu: "Nachhaltige Sicherheit und dauerhafter Frieden erfordern keinen immerwährenden Krieg."

Anschließend nahm Obama auf einer Tribüne am Weißen Haus die Parade mit etwa 8800 Teilnehmern und dutzenden Festwagen ab. Laut US-Verfassung beginnt die Amtszeit des Präsidenten am 20. Januar um 12.00 Uhr. Weil das Datum in diesem Jahr aber auf einen Sonntag fiel, wurde die Zeremonie vor dem Kapitol auf den Montag verschoben. Nach der offiziellen Vereidigung im kleinen Kreis am Sonntag im Weißen Haus nahm der Vorsitzende Richter des Supreme Court, John Roberts, Obama den Schwur in aller Öffentlichkeit noch einmal ab.

AFP