BASF gibt Pläne für weitere Gen-Kartoffeln in EU auf

29. Januar 2013, 17:03 Uhr

Der deutsche Chemiekonzern BASF gibt die Hoffnung auf die Einführung weiterer Gen-Kartoffelsorten in der Europäischen Union auf.

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Der deutsche Chemiekonzern BASF gibt die Hoffnung auf die Einführung weiterer Gen-Kartoffelsorten in der Europäischen Union auf. Die "europäischen Zulassungsprozesse für die Kartoffelprojekte Fortuna, Amadea und Modena" werden gestoppt, wie der Konzern in Ludwigshafen mitteilte. Die Umweltschutzorganisation BUND begrüßte die Entscheidung.

Mit der Entscheidung zieht der deutsche Chemie-Riese einen Schlussstrich unter seine Bemühungen, neben der Gen-Kartoffel Amflora für weitere Sorten eine Zulassung in der EU zu erhalten. Weitere Investitionen könnten "aufgrund der Unwägbarkeiten im regulatorischen Umfeld und drohender Feldzerstörungen nicht gerechtfertigt werden", begründete der Konzern den Schritt.

Wegen der breiten Ablehnung der Gentechnik in der Landwirtschaft in Europa hatte BASF die Sparte bereits vor einem Jahr komplett in die USA verlagert. Zudem stoppte das Unternehmen zu dem Zeitpunkt die Entwicklung und den Verkauf aller Produkte, die allein für den europäischen Markt gedacht waren. Das betraf neben den gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln Amflora, Amadea und Modena unter anderem auch die gegen Kraut- und Knollenfäule resistente Kartoffel Fortuna.

Die Umweltschutzorganisation BUND begrüßte, dass BASF jetzt auch die Zulassungsverfahren stoppt. "Mit einem Jahr Verspätung ist die Vernunft in den Vorstandsetagen eingekehrt", sagte die BUND-Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer der Nachrichtenagentur AFP. Gentechnik werde von den Verbrauchern nicht akzeptiert.

Während Stärkekartoffeln wie Amflora, Amadea und Modena für die industrielle Verarbeitung entwickelt wurden, ist Fortuna als Speisekartoffel gedacht. Amflora war 2010 nach einem 13-jährigen Verfahren in der EU zugelassen worden. Wegen starker Proteste wird sie aber kaum angebaut.

BASF kündigte zudem an, sich im "Zuge einer Überprüfung des Projektportfolios auf strategische Eignung und Erreichung von Projektfortschritten" dafür entschieden zu haben, die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten für Futtermais mit verbesserten Nährstoffen in den USA einzustellen. Der Konzern will daher in den USA sechs BASF-Feldstandorte schließen und 40 Arbeitsplätze streichen.

AFP
 
 
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