4. April 2012, 12:18 Uhr

Behörden gehen von Einzelfall aus

Mitten in die vorösterliche Stimmung platzt die Nachricht von einem neuen Dioxinfund. Bio-Eier von einem Hof in Nordrhein-Westfalen sind belastet. Das Umweltministerium spricht nach bisherigen Erkenntnissen von einem Einzelfall.

Nach dem Fund einer dioxinähnlichen Chemikalie in Eiern eines nordrhein-westfälischen Biobetriebs gehen die Behörden bisher von einem Einzelfall aus. Bislang gebe es keine Hinweise auf weitere betroffene Betriebe, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Verbraucherschutzministeriums. "Aktuell sieht es aus wie ein Einzelfall." In den Eiern des Hofes waren bei Kontrollen unzulässig hohe Konzentrationen Polychlorierter Biphenyle (PCB) entdeckt worden. Der Hof ist gesperrt, die Eier dürfen nicht verkauft werden.

Der Grund für die Belastung mit der mittel- und langfristig potenziell gesundheitsgefährlichen Chemikalie, die unter anderem Krebs verursachen kann, ist unklar. Tierfutterproben von dem Hof seien nicht mit PCB belastet gewesen, sagte der Ministeriumssprecher. Weitere Tests liefen noch. So seien Bodenproben auf dem Betrieb genommen worden, auch ältere Futtermittelproben würden nun genauer untersucht. Mit Ergebnissen sei in den kommenden Tagen zu rechnen.

Für heute planen die Behörden, Seriennummern bereits ausgelieferter Eier des Betriebs im Internet zu veröffentlichen. Verbraucher könnten dann prüfen, ob sie bei sich zu Hause noch Eier lagerten, die vor der Schließung des Hofes in den Handel gelangt seien, sagte der Sprecher des Ministeriums.

Eine akute Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr PCB-belasteter Eier schlossen die Behörden aus. Mittel- und langfristig seien Schädigungen durch den Konsum aber nicht auszuschließen.

PCB ist ein organischer Giftstoff ähnlich dem Dioxin, der jahrzehntelang als Zusatzstoff in Kunststoffen und Farben sowie als Kühl- und Hydraulikflüssigkeit in der Industrie verwendet wurde. Nachdem seine Gefährlichkeit entdeckt worden war, wurde die Verwendung in den meisten Industrieländern ab Ende der 70er Jahre nach und nach verboten. Der Stoff ist allerdings sehr langlebig und kann sich in Natur und Nahrungsketten anreichern.

AFP/DPA
 
 
Jetzt bewerten
0 Bewertungen
MEHR ZUM ARTIKEL
Dioxinfund in Bio-Eiern Behörden gehen von Einzelfall in NRW aus

Bei den in Nordrhein-Westfalen festgestellten erhöhten Dioxinwerten in Bio-Eiern handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich um einen Einzelfall. Genaue Analysen werden allerdings erst Ende der Woche vorliegen.

Betrieb in NRW gesperrt Prüfer entdecken Dioxin in Bio-Eiern

In den Produkten eines Bio-Erzeugers aus Nordrhein-Westfalen wurde kurz vor Ostern Dioxin nachgewiesen. Der Betrieb mit 25.000 Legehennen beliefert vor allem Supermärkte.

Reaktion auf Lebensmittelskandale Aigner plädiert für Überwachung durch den Bund

Ehec-Krise und Dioxin-Skandal: Bei den Lebensmittelkrisen der vergangenen Monate gaben die zahllosen zuständigen Behörden ein schwaches Bild ab. Als Konsequenz will Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner die Lebensmittelüberwachung in Deutschland schlagkräftiger machen - vor allem durch eine gestärkte Rolle des Bundes.

Dioxin-Ursache noch nicht gefunden Belastetes Tierfutter in zehn Bundesländern

Mit Dioxin belastetes Tierfutter ist mittlerweile in zehn Bundesländern aufgetaucht. Restmengen wurden gesperrt und dürfen nicht verfüttert werden, die Suche nach der Ursache läuft. Laut den Behörden besteht keine Gefahr für Menschen, Tiere und Umwelt.