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News am 29.05.2012
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3. Februar 2012, 15:38 Uhr

Bereits mehr als 220 Kältetote in Europa

Deutschland hat sich in einen Eiskeller verwandelt: In großen Teilen Thüringens und Sachsens wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach in der Nacht die Marke von minus 20 Grad Celsius unterschritten.

Deutschland hat sich in einen Eiskeller verwandelt: In großen Teilen Thüringens und Sachsens wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach in der Nacht die Marke von minus 20 Grad Celsius unterschritten. Das war die bisher frostigste Nacht dieses Winters. Im sächsischen Bad Elster maß der DWD mit minus 23,6 Grad die niedrigste Temperatur. Die Zahl der Kältetoten in Europa stieg auf über 220.

Der Wetterdienst Meteomedia meldete von seinen Messstationen sogar noch eisigere Temperaturen. So wurden demnach am Funtensee in Bayern minus 35,3 gemessen. Im sächsischen Morgenröthe-Rautenkranz waren es immerhin minus 27,8 Grand und in Deutschneudorf im Erzgebirge minus 26,4 Grad. Laut DWD bleibt es auch in den kommenden Tagen weiter sehr kalt. Für die Nacht zum Samstag wird erneut strenger Frost von bis zu minus 20 Grad erwartet.

In Europa starben zahlreiche Menschen in Folge der Kältewelle, vor allem in Polen und der Ukraine. Trotz tausender Großzelte, in denen sich die Menschen aufwärmen können, bekommen die ukrainischen Behörden die Lage nicht in den Griff. Binnen 24 Stunden stieg dort die Zahl der Toten von 63 auf über hundert, mehr als 1600 Menschen mussten sich wegen Unterkühlung oder Erfrierungen im Krankenhaus behandeln lassen.

In Polen erfroren binnen acht Stunden weitere acht Menschen, die meisten von ihnen Obdachlose. Damit stieg die Zahl der Toten dort auf 37. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, verstärkt auf bedürftige Mitmenschen zu achten. Im vergangenen Winter war die Lage noch katastrophaler: Damals starben 212 Menschen den Kältetod.

Russlands Behörden meldeten 64 Kältetote - allerdings seit Anfang des Jahres. Dort reichten die Temperaturen von minus 25 Grad in Moskau bis minus 51 Grad im nordostsibirischen Oimjakon. Dramatisch ist auch die Lage für die abgelegenen Dörfer Bulgariens, die durch Schnee und Eis nun völlig von der Außenwelt abgeschnitten sind. Immer wieder sterben die Menschen dort in ihren unbeheizten Häusern. Allein zwischen Donnerstag und Freitag wurden nach Angaben der Medien die Leichen von sechs Männern gefunden.

In Rumänien wurden zwei weitere Tote gemeldet, in Tschechien und der Slowakei jeweils ein Toter. Im Nordosten der Slowakei froren die Wasserleitungen ein, tausende Menschen sind ohne fließendes Wasser. In Großbritannien rief der Wetterdienst für das erste Mal in diesem Winter die zweithöchste Warnstufe aus.

Auch in Italien hat die Kältewelle inzwischen das ganze Land erfasst. In Mailand im Norden des Landes erfror am Donnerstag ein Obdachloser. In der Toskana waren aufgrund des Winterwetters mehr als 2000 Menschen von Stromausfällen betroffen. In der Nähe von Neapel mussten 45 Rentner von Rettungskräften aus einem im Schnee steckengebliebenen Bus geholt werden.

AFP