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18. November 2010, 09:10 Uhr

Terrorgefahr größer als vor Bundestagswahl 2009

Die derzeitige Terrorgefahr in Deutschland ist nach Einschätzung von Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) größer als vor der Bundestagswahl 2009.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat die Berliner ungewöhnlich konkret zu Wachsamkeit gegen mutmaßliche Terroristen aufgerufen. "Man sollte achtsam sein", sagte Körting der RBB-Abendschau. "Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist." Das gleiche gelte für stehen gelassene Koffer oder Aktentaschen.

Nach Körtings Einschätzung ist die derzeitige Terrorgefahr in Deutschland größer als vor der Bundestagswahl 2009. Es gebe "eine deutlich angespanntere Situation" als vor einem Jahr, "die ich auch für höher einschätze als vor der Bundestagswahl 2009", so Körting im ZDF-"Morgenmagazin".

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Mittwoch gesagt, die aktuelle Gefahrenlage sei "durchaus vergleichbar" mit der vor der Bundestagswahl 2009. Damals waren nach einer ungewöhnlichen Häufung von gegen Deutschland gerichteten islamistischen Drohvideos im Internet erhöhte Sicherheitvorkehrungen beschlossen worden.

Auch nach Einschätzung des Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums, Matthias Seeger, ist die Terrorgefahr derzeit größer als vor einem Jahr. "Wir gehen davon aus, dass die jetzige Sicherheitsstufe noch eine Stufe höher ist als vor der Bundestagswahl," sagte Seeger im Morgenmagazin. Es gebe aber "keinen Grund zur Panik". Seeger wies zudem Befürchtungen zurück, die Polizei sei der Gefahrenlage nicht gewachsen. Zwar seien die Beamten der Bundespolizei in der letzten Zeit etwa durch die Sicherung des Castor-Transports stark belastet gewesen. Allerdings zeichneten sie sich durch eine "sehr hohe Motivation" aus und seien in der Lage, mit der gegenwärtigen Gefahrenlage fertig zu werden.

AFP
 
 
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