Die jüngst aus ihrem Hausarrest entlassene birmanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wird eine Einladung nach Oslo frühestens im nächsten Jahr annehmen können.
Die jüngst aus ihrem Hausarrest entlassene birmanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wird eine Einladung nach Oslo frühestens im nächsten Jahr annehmen können. Die Einladung an Suu Kyi, im Dezember in Oslo eine verspätete Dankesrede zu halten, sei erneuert worden, erklärte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo. Zur diesjährigen Preisverleihung in der norwegischen Hauptstadt am 10. Dezember werde es die birmanische Oppositionsführerin aber nicht schaffen, weil sie in Birma nach ihrer Freilassung so viele Dinge zu erledigen habe.
"Aber wenn sie kommt, ob 2011 oder 2012, werden wir sie natürlich als die großartige Frau feiern, die sie ist", sagte der Sekretär des Preiskomitees, Geir Lundestad, der Nachrichtenagentur AFP. Suu Kyi war am Samstag nach mehr als sieben Jahren aus ihrem Hausarrest freigelassen worden. Das Nobelkomitee hatte die populäre Oppositionsführerin daraufhin nach Oslo eingeladen, um dort ihre Dankesrede für den ihr bereits vor knapp 20 Jahren zuerkannten Friedensnobelpreis nachzuholen.
Suu Kyi war im Jahr 1991 mit dem Preis geehrt worden. Sie konnte damals die Auszeichnung nicht persönlich entgegen nehmen, stattdessen wurde der Preis ihren beiden Söhnen überreicht. Im Jahr zuvor hatte Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) die Wahlen in Birma gewonnen, das Militär erkannte den Sieg jedoch nicht an. Seitdem wurde Suu Kyi immer wieder inhaftiert, mehr als 15 der vergangenen 21 Jahre saß sie im Gefängnis oder stand unter Hausarrest.
Die diesjährige Verleihung des Friedensnobelpreises an den inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo wird nach den Worten Lundestads trotz dessen Abwesenheit eine "großartige und würdevolle" Zeremonie. Wenn niemand von Lius Familie den Preis entgegennehmen könne, werde dieser kurze Teil der Zeremonie, in dem die Medaille und eine Urkunde überreicht werden, entfallen.
Peking hatte mit harscher Kritik auf die Ehrung Lius mit dem Friedensnobelpreis am 8. Oktober reagiert und ihn als "Kriminellen" bezeichnet. Am Mittwoch hatte das Preiskomitee mitgeteilt, dass China voraussichtlich kein Mitglied von Lius Familie zur Verleihungsfeier reisen lassen werde. Liu Xiaobo war im Dezember 2009 wegen Untergrabung der Staatsgewalt zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er ist ein Mitverfasser der Charta 08, eines Manifests, das von der Regierung in Peking politische Reformen fordert.