Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die CDU ihren Landesvorsitzenden Jost de Jager zum Spitzenkandidaten bestimmt. Christian von Boetticher, der den Posten ursprünglich übernehmen sollte, war über eine Beziehung zu einer 16-Jährigen gestürzt.
Die schleswig-holsteinische CDU hat ihren Landesvorsitzenden Jost de Jager offiziell zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Mai gekürt. Auf einer Landesvertreterkonferenz in Lübeck wählten die Delegierten den 46-Jährigen am Freitag mit 90,4 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste, wie eine Parteisprecherin sagte. De Jager war schon im August von der CDU-Führung zum designierten Spitzenkandidaten bestimmt worden, die Bestätigung durch die Delegierten der Basis galt als sicher. De Jager ist Wirtschafts- und Verkehrsminister der schwarz-gelben Landesregierung in Kiel.
Ursprünglich wollte die CDU mit Christian von Boetticher in die Landtagswahl am 6. Mai gehen, doch im August stürzte der damalige Landes- und Fraktionsvorsitzende über eine frühere Beziehung zu einer 16-Jährigen. Der aktuelle Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (64), der einer schwarz-gelben Regierung vorsteht, tritt zur Wahl nicht wieder an.
Nach der jüngsten Umfrage lag die CDU mit 30 Prozent hinter der SPD (34). "Wir wissen, dass wir kämpfen müssen", sagte de Jager. "Wir wollen die mit Abstand stärkste Partei in Schleswig-Holstein werden." Härtester Rivale de Jagers bei der Landtagswahl wird Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig (48) sein, der für die SPD als Spitzenkandidat ins Rennen gehen soll. Die SPD will mit den Grünen ein Regierungsbündnis schmieden. Auch im persönlichen Vergleich rangierte de Jager in der letzten Umfrage klar hinter Albig.