Briten und USA geben Hinweise auf Giftgaseinsätze Assads

26. Juni 2013, 18:23 Uhr

Großbritannien und die USA haben den UN-Experten Hinweise auf insgesamt zehn mutmaßliche Chemiewaffeneinsätze der syrischen Regierungstruppen gegeben.

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Großbritannien und die USA haben den UN-Experten Hinweise auf insgesamt zehn mutmaßliche Chemiewaffeneinsätze der syrischen Regierungstruppen gegeben. Die Serie der vermuteten Giftgasangriffe habe im vergangenen Dezember begonnen und ging bis Mai, sagte ein UN-Diplomat in New York. Die Informationen aus London und Washington dienen als Grundlage für eine eigene Untersuchung durch UN-Fachleute, die vom syrischen Machthaber Baschar al-Assad jedoch bislang nicht ins Land gelassen werden.

Die USA hatten Mitte Juni erstmals erklärt, Assads Truppen hätten "in geringem Umfang" Chemiewaffen eingesetzt. US-Präsident Barack Obama hatte einen Chemiewaffeneinsatz zuvor als seine "rote Linie" bezeichnet. Neben den USA und Großbritannien übergab auch Frankreich seine Geheimdienstinformationen zu mutmaßlichen Chemiewaffeneinsätzen in Syrien an die UN-Experten. Dazu wurden keine Einzelheiten bekannt, außer dass alle drei westlichen Ländern keine Hinweise auf einen Einsatz von Giftgas durch die Assad-Gegner lieferten.

Damaskus hatte ursprünglich selbst nach der UN-Untersuchung gerufen, wollte dadurch aber nur die eigenen Vorwürfe bestätigt sehen, dass die Aufständischen Chemiewaffen einsetzten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon besteht jedoch darauf, dass das UN-Team um den schwedischen Spezialisten Ake Sellstrom "uneingeschränkten Zugang" erhalte. Der Bürgerkrieg in Syrien hat Menschenrechtsaktivisten zufolge inzwischen mehr als 100.000 Menschenleben gekostet.

AFP