Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer von ihrer Familie entführten jungen Kurdin hat ein Bruder die Tat gestanden.
Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer von ihrer Familie entführten jungen Kurdin hat ein Bruder die Tat gestanden. Osman Ö. habe zugegeben, seine jüngere Schwester mit einer Pistole erschossen zu haben, sagte eine Gerichtssprecherin in Detmold. Osman Ö. und vier weitere Geschwister müssen sich vor dem dortigen Landgericht wegen gemeinschaftlicher Geiselnahme verantworten. Osman Ö. und zwei andere Geschwister sind auch wegen Mordes an Arzu Ö. angeklagt.
Die Staatsanwaltschaft geht von einem Verbrechen mit "ehrbezogenen Motiven" aus. Die Familie soll Arzus Beziehung zu einem Deutschen nicht toleriert habe n. Der Anklage zufolge war die 18-Jährige am 1. November vergangenen Jahres deshalb von ihren Geschwistern aus der Wohnung ihres 23-jährigen Freundes in Detmold entführt worden. Während einer anschließenden Autofahrt soll sie dann erschossen worden sein. Ihre Leiche wurde erst Mitte Januar bei Hamburg gefunden. Sie wies nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Kopfschüsse auf.
Bei seinen Geständnis sagte Osman Ö. nach Angaben der Gerichtssprecherin, er habe sich während eines Zwischenstopps mit seiner Schwester von dem Auto mit den Geschwistern entfernt und Arzu im Streit spontan erschossen. Die 18-Jährige habe ihn provoziert und ihn sowie ihre Eltern beleidigt. "Er habe dann jedenfalls die Kontrolle verloren und seine Schwester erschossen."
Weitere drei Geschwister, darunter eine Schwester, gaben vor Gericht ihre Beteiligung an der Entführung zu. Die Familie gehört zur kurdischen Volksgruppe der Jesiden. Diese vertritt eine Glaubensrichtung, in der Beziehungen zu Andersgläubigen streng verboten sind.