Brüderle-Bericht: Ministerium begrüßt Sexismus-Debatte

25. Januar 2013, 14:43 Uhr

Das Bundesfamilienministerium hat die durch Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle angestoßene Debatte über Sexismus am Arbeitsplatz begrüßt.

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Das Bundesfamilienministerium hat die durch Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle angestoßene Debatte über Sexismus am Arbeitsplatz begrüßt. Es sei "wichtig, dass das Thema öffentlich diskutiert wird", sagte eine Sprecherin. Eine Beurteilung der konkreten Vorwürfe, die eine Journalistin gegenüber Brüderle erhoben hatte, wollte die Ministeriumssprecherin nicht abgeben.

Prinzipiell halte sie es aber für richtig, dass Sexismus am Arbeitsplatz "unabhängig von den aktuellen Anlässen als Dauerthema diskutiert" werde, sagte sie. In der Arbeitswelt seien "nicht nur einige wenige Frauen mit Sexismus konfrontiert". Ob Familienministerin Kristina Schröder (CDU) Brüderle zu einer öffentlichen Stellungnahme zu den Vorwürfen rate, konnte die Sprecherin nicht sagen.

In einem im "Stern" veröffentlichten Beitrag berichtet die heute 29-jährige Journalistin Laura Himmelreich von einer Begegnung mit Brüderle von Anfang 2012, bei welcher der FDP-Politiker anzügliche Bemerkungen gemacht und ihre Hand geküsst habe. Brüderle habe ihr auf den Busen geschaut und gesagt: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen."

Das Familienministerium verwies auf eine Studie aus dem Jahr 2004, derzufolge 58 Prozent der befragten Frauen in Deutschland angegeben hätten, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein. 42 Prozent machten solche Erfahrungen demnach am Arbeitsplatz. Dies zeige, dass es sich hier um "kein Spartenthema" handle, sagte die Ministeriumssprecherin.

Regierungssprecher Steffen Seibert wollte die Diskussion um Brüderle nicht kommentieren. Er verwies darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) generell "für menschlich-respektvollen Umgang, auch zwischen Politik und Medienvertretern" sei. Die Bundesregierung arbeite mit Brüderle gut zusammen. Sie schätze und verteidige auch die Pressefreiheit.

Die Sprecherin des Familienministeriums wollte sich nicht dazu äußern, ob das Verhalten, das Brüderle vorgeworfen wird, auf sexuelle Belästigung hinauslaufe. Sie verwies auf die Definition der sexuellen Belästigung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Sie wird dort als "unerwünschtes sexuell bestimmtes Verhalten" definiert. Dazu zählen laut Gesetzestext "unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen".

AFP