Die Sicherheit der deutschen Stromversorgung ist einem Zeitungsbericht zufolge offenbar stärker gefährdet, als es nach offiziellen Angaben der Bundesregierung den Anschein hat.
Die Sicherheit der deutschen Stromversorgung ist einem Zeitungsbericht zufolge offenbar stärker gefährdet, als es nach offiziellen Angaben der Bundesregierung den Anschein hat. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" wurde beim Bundeswirtschaftsministerium in aller Stille ein Krisenstab eingerichtet: Seit Dienstag lasse sich das Ministerium in täglichen Telefonkonferenzen von den Betreibern der großen Strom- und Gasnetze und der Bundesnetzagentur über die Wahrscheinlichkeit von Blackouts und Versorgungsengpässen berichten. Die Berichte würden vertraulich behandelt.
Grund für die Krisensitzungen ist demnach, dass Russland seit einigen Tagen deutlich weniger Erdgas am wichtigsten deutschen Pipeline-Anschluss im bayerischen Waidhaus abliefert. Netzbetreiber berichteten von Liefermengen, die zwischen 25 und 30 Prozent unter dem üblichen Niveau lagen. Weil wegen der Kältewelle die Nachfrage besonders groß ist, sei es in dieser Woche in Süddeutschland immer wieder zu Lieferausfällen gekommen. In einigen Gemeinden Baden-Württembergs wurden die Bewohner laut dem Blatt aufgefordert, ihre Heizungen zu drosseln. Auch Gaslieferungen an einige Industriebetriebe seien eingestellt worden.
Unmittelbarer Anlass für die Einberufung des Krisenstabes sei aber, dass der Erdgas-Mangel die Stabilität des Stromnetzes in Süddeutschland zusätzlich gefährde, schreibt "Welt am Sonntag" weiter. Seit der Stilllegung von acht Atomkraftwerken im vergangenen Jahr fehlten vor allem in Bayern und Baden-Württemberg Kraftwerkskapazitäten. In dieser Woche mussten laut dem Blatt wegen der gedrosselten russischen Brennstofflieferungen zudem noch Erdgas-Kraftwerke heruntergefahren werden.