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News am 30.05.2012
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Bundesregierung übt Kritik an Sarrazin-Äußerung

Die Schelte kam erwartungsgemäß schnell und heftig: Guido Westerwelle und Karl-Theodor zu Guttenberg haben Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin scharf für seine Aussage kritisiert, allen Juden sei ein bestimmtes Gen gemein.

Mit einer Äußerung zu einem angeblich allen Juden gemeinsamen Gen hat Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin scharfe Kritik aus der Bundesregierung auf sich gezogen. "Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden", sagte Sarrazin der "Welt am Sonntag".

Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) sagte der "Bild am Sonntag" in Reaktion auf die Äußerung: "Wortmeldungen, die Rassismus oder gar Antisemitismus Vorschub leisten, haben in der politischen Diskussion nichts zu suchen."

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte der "BamS:" "Jede Provokation hat ihre Grenzen". Der Minister fügte hinzu: "Diese Grenze hat der Bundesbankvorstand Sarrazin mit dieser ebenso missverständlichen wie unpassenden Äußerung eindeutig überschritten."

Im Zusammenhang mit der Äußerung zu den Genen sagte Sarrazin, die von ihm ausgemachten Probleme der Integration muslimischer Zuwanderer seien nicht ethnisch bedingt, sondern kulturell. Muslime integrierten "sich überall in Europa deutlich schlechter als andere Gruppen von Migranten", sagte Sarrazin. "Die Ursachen hierfür sind nicht ethnisch, sondern liegen offenbar in der Kultur des Islam."

AFP