Chinas kann auf kräftiges Wachstum zum Jahresende hoffen

9. November 2012, 09:48 Uhr

Pünktlich zum 18.

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Pünktlich zum 18. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas hat das Statistikamt des Landes günstige Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Im Oktober stiegen Industrieproduktion, Einzelhandelsumsatz und Investitionen demnach kräftig an. Die Führung in Peking kann somit mit einem hohen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zum Jahresende rechnen. Gleichzeitig sank die Inflationsrate auf 1,7 Prozent im Oktober, den niedrigsten Stand seit Anfang 2010.

Die Industrieproduktion legte im Oktober um 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie die Statistiker in Peking mitteilten. Der Einzelhandelsumsatz stieg um 14,5 Prozent, die Investitionen kletterten um 20,7 Prozent nach oben. Alle Daten lagen über denen vom September.

Präsident Hu Jintao hatte am Donnerstag zur Eröffnung des Parteitag ein neues Wachstumsmodell für China gefordert - mit einer höheren Binnennachfrage und stärkeren privaten Unternehmen. Chinas Wirtschaft war im ersten Jahrzehnt des Jahrtausends jedes Jahr um mehr als zehn Prozent gewachsen. In den vergangenen beiden Jahren flachte das Wachstum aber deutlich ab, vor allem wegen der nachlassenden Nachfrage aus Europa und den USA.

Seit sieben Quartalen verzeichnete China keine Steigerung mehr. Im dritten Quartal 2012 verlangsamte sich das Wachstum auf 7,4 Prozent, die niedrigste Zunahme seit Anfang 2009 in der Finanzkrise.

Unterdessen verschärften die Behörden nach Angaben von Aktivisten die Überwachung in der umstrittenen Region Tibet. Nachdem sich am Donnerstag tausende Menschen zu Demonstrationen versammelt hätten, führen Polizisten nun mit gesicherten Fahrzeugen Patrouillen in der Stadt Tongren in der nordwestlichen Provinz Qinghai, teilte die Organisation Free Tibet mit. Die Patrouillen seien derzeit 24 Stunden täglich unterwegs, sagte eine Augenzeugin der Nachrichtenagentur AFP.

Ein anderer Einwohner sagte, es seien nur wenige Menschen auf der Straße zu sehen. Die Polizei von Tongren äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Kontrollen. Bei den jüngsten Protesten in Tibet, während derer sich unter anderem eine junge Mutter selbst anzündete, handelt es sich um die schwersten seit den Anti-China-Demonstrationen im Jahr 2008. Damals kamen nach Angaben der chinesischen Regierung 20 Menschen ums Leben, während es nach Aussagen von Exiltibetern mehr als 200 waren.

Nach Angaben der tibetischen Exilregierung im indischen Dharamsala zündeten sich zuletzt binnen zweier Tage sechs Tibeter selbst an oder versuchten, die zu tun. Seit Februar 2009 setzten sich mehr als 60 Tibeter aus Protest selbst in Brand, die meisten davon Mönche und Nonnen. Die Tibeter werfen der Führung in Peking vor, sie sozial und wirtschaftlich zu benachteiligen sowie die Kultur und die Traditionen in ihrer Heimat zu zerstören. China hält Tibet seit dem Jahr 1951 besetzt.

AFP