Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat in China am Freitag der Prozess gegen die Menschenrechtsaktivistin Wang Lihong begonnen. Der 55-jährigen Veteranin der 1989 auf dem Pekinger Tiananmen-Platz blutig niedergeschlagenen Demokratiebewegung wird nach Angaben von chinesischen Menschenrechtsorganisationen "Unruhestiftung" vorgeworfen. Die Vorwürfe sollen im Zusammenhang mit Wangs Unterstützung für Internetaktivisten stehen, die vor dem Hintergrund der Umstürze in Nordafrika vor gut einem halben Jahr auch zu Protesten in China aufgerufen haben. Der Anklagepunkt der "Unruhestiftung" wird laut der Dui-Hua-Menschenrechtsstiftung häufig erhoben, um Regierungskritiker in China mundtot zu machen. Wang drohen demnach bis zu fünf Jahre Haft.