Die Idee für einen zentralen Berliner Großflughafen, der die Airports in Tegel, Tempelhof und Schönefeld ersetzen soll, entstand bereits kurz nach dem Mauerfall.
Die Idee für einen zentralen Berliner Großflughafen, der die Airports in Tegel, Tempelhof und Schönefeld ersetzen soll, entstand bereits kurz nach dem Mauerfall. Die Gesellschafter, die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund, hoben wiederholt die überragende Bedeutung des Prestigeprojekts für die Region hervor. Doch mehr als 23 Jahre nach der Wende ist der Flughafen noch immer nicht in Betrieb - und die Eröffnung muss offenbar erneut verschoben werden.
Mai 1996: Berlin, Brandenburg und der Bund einigen sich darauf, dass der zukünftige Hauptstadtflughafen neben dem derzeitigen Flughafen Schönefeld südöstlich von Berlin gebaut wird. Die bisherigen Berliner Flughäfen sollen schließen, wenn der Großflughafen in Betrieb genommen wird.
August 2004: Die Landesregierung in Potsdam erteilt den Planfeststellungsbeschluss für das größte ostdeutsche Infrastrukturvorhaben, den Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI).
März 2006: Die Gegner des Großflughafens scheitern mit ihrem juristischen Kampf gegen das Projekt. Das Bundesverfassungsgericht weist Klagen von Anwohnern zurück und bestätigt damit Urteile des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das den größten europäischen Flughafenneubau mit Lärmschutzauflagen gebilligt hatte.
September 2006: Der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sowie Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (alle SPD) setzen den symbolischen ersten Spatenstich. Der neue Flughafen soll mehr als zwei Milliarden Euro kosten und zum Winterflugplan 2011 fertig werden.
Juli 2008: Die Arbeiten am Terminal beginnen.
Oktober 2008: Der Flughafen Berlin-Tempelhof wird geschlossen.
Juni 2010: Der Eröffnungstermin des neuen Flughafens wird vom Herbst 2011 auf den 3. Juni 2012 verschoben. Der Grund sind geänderte EU-Sicherheitsrichtlinien, die Umbauten notwendig machen, und die Pleite einer der Planungsfirmen.
Mai 2012: Nur knapp einen Monat vor der geplanten Eröffnung teilt der Aufsichtsrat mit, dass die Eröffnung erneut verschoben wird, weil der Brandschutz nicht funktioniert und der Flughafen deshalb keine Genehmigung erhält. Der neue Termin liegt im Frühjahr 2013. Technikchef Manfred Körtgen muss gehen. Auch der Generalplaner wird gekündigt.
September 2012: Der Termin im Frühjahr 2013 wird ebenfalls gestrichen, weil die Arbeiten mehr Zeit brauchen. Der neue Technikchef Horst Amann hält eine Eröffnung des Flughafens Ende Oktober 2013 für machbar. Außerdem fallen mehr Kosten an: Es gibt eine Finanzlücke von rund 1,2 Milliarden Euro, die Berlin, Brandenburg und der Bund gemeinsam füllen müssen. Das Geld soll für Baumaßnahmen, den Lärmschutz und Mehrkosten durch die Verschiebung ausgegeben werden. Damit sind die Gesamtkosten auf rund 4,3 Milliarden Euro gestiegen.
Dezember 2012: Mehrere Gutachten werden bekannt, laut denen der Flughafen für die Zahl der erwarteten Passagiere zu klein geplant ist. Sowohl die Check-in-Schalter als auch die Gepäckbänder sollen schon bei der Inbetriebnahme des Flughafens voll ausgelastet sein.
Januar 2013: Medienberichten zufolge muss der Eröffnungstermin im Oktober 2013 offenbar erneut verschoben werden. Grund seien Baufehler insbesondere beim Brandschutz.