CHRONOLOGIE: Der Fall Lance Armstrong

15. Januar 2013, 13:23 Uhr

Der frühere Radstar Lance Armstrong steht vor den Trümmern seiner Karriere.

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Der frühere Radstar Lance Armstrong steht vor den Trümmern seiner Karriere. Seine Erfolge und sieben Tour-de-France-Siege hat er wohl einem ausgeklügelten Dopingsystem zu verdanken. Im vergangen Jahr erkannte ihm der Weltverband UCI alle sieben Tour-Titel ab. Ein Rückblick.

1992: Armstrong beendet das olympische Rennen als 14. und wechselt nach den Spielen in Barcelona ins Profilager. In seinem ersten Rennen, dem Clásica San Sebástian, wird er Letzter.

1993: Er wird Weltmeister, gewinnt die USPRO Championship sowie seine erste Etappe bei der Tour de France.

1996: Er startet das Jahr als Weltranglistenerster. Im Oktober unterzieht er sich einer Chemotherapie. Bei Armstrong war zuvor Hodenkrebs diagnostiziert worden, der bereits in Lunge und Gehirn gestreut hatte.

1997: Armstrong beginnt wieder mit dem Training und gründet eine Stiftung, die sich der Krebsforschung widmet.

1998: Er kehrt in den Wettkampf-Zirkus zurück, gewinnt die Luxemburg-Tour, die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt sowie den Cascade Classic in Oregon.

1999: Für das Team US Postal gewinnt Armstrong als zweiter Amerikaner die Frankreich-Rundfahrt.

2000: Er fährt zu seinem zweiten Tour-Sieg und veröffentlicht ein Buch mit dem Titel "Tour des Lebens".

2001 - 2003: Die Tour-Erfolge Nummer drei bis fünf folgen.

2004: Armstrong wird Wochen vor seinem sechsten Tour-Triumph beschuldigt, leistungssteigernde Medikamente einzunehmen.

2005: Er verkündet im April seinen Rücktritt für den Zeitpunkt nach der Tour, die er zum siebten Mal gewinnt, an. Im August berichtet die französische Sportzeitung "L'Equipe", dass in sechs Urinproben des Amerikaners von 1999 das Blut-Dopingmittel EPO nachgewiesen wurde. Armstrong bestreitet die Vorwürfe weiterhin.

2006: Armstrong wird vom Weltverband UCI freigesprochen, da die erneuten Tests der Proben nicht nach wissenschaftlichem Standard durchgeführt wurden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA nennt den UCI-Bericht "fast schon lächerlich".

2008: Am 9. September verkündet Armstrong sein Comeback.

2009: Im April wirft ihm die französiche Anti Doping Agentur (AFLD) vor, dass er bei Dopingproben nicht kooperiere.

2010: Dopingsünder Floyd Landis, früherer Teamkollege bei US Postal, beschuldigt unter anderem Armstrong, dass auch er leistungssteigernde Mittel eingenommen habe.

2011: Im September zitiert die "Sports Illustrated" Armstrongs früheren Weggefährten Stephen Swart. Dieser bezeichnet Armstrong als "einen Anstifter", der zu EPO geraten habe. Nach der Australien-Tour tritt er endgültig zurück. Im Mai berichtet Armstrongs früherer Edelhelfer Tylor Hamilton, dass beide während der Tour 1999, 2000 und 2001 mit EPO gedopt hatten.

2012: Am 29. Juni bezichtigt ihn die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) des Doping-Missbrauchs und suspendiert ihn von allen Wettkämpfen. Am 20. August weist ein Gericht Armstrongs Klage gegen die USADA zurück. Drei Tage später gibt er den Rechtsstreit um die Dopingvorwürfe auf, die USADA sperrt Armstrong lebenslang. Ihm droht der Verlust aller sieben Tour-Siege.

Am 10. Oktober veröffentlicht die USADA ihre Urteilsbegründung. Armstrongs langjähriges Profiteam US Postal habe das "ausgeklügelste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm betrieben, das der Sport jemals gesehen hat", heißt es in dem Bericht. Am 22. Oktober folgt der Weltverband UCI der USADA und erkennt Armstrong alle sieben Tour-Siege ab. Am 12. November zieht Armstrong die Konsequenzen aus seiner Doping-Affäre und legt alle offiziellen Ämter seiner Livestrong-Stiftung nieder.

2013: Am 9. Januar kündigt Lance Armstrong an, sein langes Schweigen in der Talkshow von Oprah Winfrey zu brechen. Schon vor der Aufzeichnung halten sich Gerüchte, dass der frühere Radsport-Star ein Geständnis ablegen will. Nach dem Interview am 15. Januar berichten US-Medien, dass Armstrong Doping zugegeben habe. Am 18. Januar um 3.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird die Sendung ausgestrahlt.

AFP