US-Außenministerin Hillary Clinton hat von Pakistan stärkere Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus gefordert. Die Vereinigten Staaten erwarteten "zusätzliche Schritte", um Gruppen radikaler Islamisten zu bekämpfen, sagte Clinton am Sonntagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Dort führte die US-Außenministerin auch Gespräche mit Blick auf die internationale Afghanistan-Konferenz am Dienstag in Kabul.
Pakistan und die USA hätten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Terroristen zwar ausgeweitet und ihre Beziehungen vertieft, sagte Clinton dem Rundfunksender BBC. "Es gibt aber bei niemandem einen Zweifel daran, dass es verheerende Auswirkungen auf unsere Beziehungen haben würde, wenn Anschläge gegen die USA auf einen pakistanischen Ursprung zurückverfolgt werden könnten." Clinton spielte damit möglicherweise auf den gescheiterten Autobombenanschlag am New Yorker Times Square im Mai an. Der Tat verdächtigt wird der gebürtige Pakistaner Faisal Shahzad. Er soll ein Sprengstofftraining durch Experten der pakistanischen Gruppe Tehrik-e-Taliban erhalten haben.
Sie operiert von Stammesgebieten in Pakistan aus, die Washington als Hauptquartier pakistanischer Taliban und ihrer Verbündeter vom Terrornetzwerk El Kaida sieht sowie als Basis der afghanischen Taliban. Clinton betonte, alle diese Gruppen seien verbunden und Pakistan dürfe sie nicht unterschiedlich bewerten. Sie hatte bei ihrem letzten Besuch in Pakistan im Oktober für Schlagzeilen gesorgt, als sie Regierungsvertretern in Islamabad vorwarf, zu wissen, wo sich führende El-Kaida-Mitglieder versteckt hielten.
Am Sonntagabend kam Clinton mit Regierungschef Yousuf Raza Gilani und Präsident Asif Ali Zardari zusammen. Am Montag nimmt die US-Außenministerin an einem "strategischen Dialog" mit der politischen und militärischen Führung teil. Zudem werde Clinton ein groß angelegtes Hilfsprogramm im Energie- und Wasserbereich für Pakistan verkünden, sagte ein hochrangiger US-Diplomat am Sonntag.
Am Dienstag reist Clinton in die afghanische Hauptstadt Kabul weiter, wo erstmals eine internationale Afghanistan-Konferenz stattfindet. Dabei soll es unter anderem um einen Zeitplan für den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan gehen. Deutschland wird durch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) vertreten.