"Dallas"-Star Larry Hagman ist tot

25. November 2012, 09:23 Uhr

Der durch die Fernsehserie "Dallas" berühmt gewordene US-Schauspieler Larry Hagman ist tot.

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Der durch die Fernsehserie "Dallas" berühmt gewordene US-Schauspieler Larry Hagman ist tot. Der 81-Jährige erlag am Freitagnachmittag in einem Krankenhaus in Dallas im Beisein seiner Angehörigen einem Krebsleiden, wie seine Familie mitteilte. In der Erfolgsserie "Dallas", die von 1978 bis 1991 das US-Fernsehen mitprägte, hatte der Schauspieler den skrupellosen Ölbaron und Bösewicht J.R. Ewing verkörpert.

Hagman sei so "friedlich" gestorben, wie er sich das gewünscht habe, hieß es in der Erklärung der Familie weiter. Demnach starb der Star im Medical City Dallas Hospital in Dallas im Bundesstaat Texas an Rachenkrebs. Hagman war mit der aus Schweden stammenden Maj Axelsson verheiratet, das Paar hat die zwei Kinder Heidi Kristina und Preston. Seine Frau litt zuletzt an Alzheimer, Hagman selbst erhielt 1995 nach langjährigem Alkoholmissbrauch eine neue Leber.

"Wir haben nicht nur einen großartigen Schauspieler, nicht nur eine Fernsehikone, sondern ein Element des puren Americana verloren", schrieb Barbara Eden, die in der Serie "Bezaubernde Jeannie" an seiner Seite gespielt hatte, in dem sozialen Netzwerk Facebook. Mit Americana ist das als typisch angesehene Bild der US-Kultur gemeint. Auch der "Star Trek"-Schauspieler William Shatner und der ehemalige Talkmaster Larry King kondolierten. King schrieb, dass Hagman ihm geholfen habe, das Rauchen aufzugeben. "Er war eine wirklich besondere Person", teilte King in dem Internet-Kurznachrichtendienst Twitter mit.

"Dallas" war eine der erfolgreichsten Serien der TV-Geschichte. Seit 1978 konnte das Fernsehpublikum sein Leben mit den Ewings teilen, die zwei große amerikanischen Werte repräsentierten: Reichtum und Familie. Immer neue Intrigen wurden auf dem familiärem Stammsitz, der luxuriösen Southfork Ranch, gesponnen. Hagman brachte seine Rolle zwei Emmy- sowie vier Golden-Globe-Nominierungen ein.

Hagman, dessen Markenzeichen in mehr als 350 Folgen der Cowboyhut war, spielte in der fiktiven Welt der Ewings den Oberbösewicht. Wie sein Alter Ego J.R. stammte der Schauspieler aus Texas, er wurde 1931 in Fort Worth als Sohn der Musical-Darstellerin Mary Martin und eines Rechtsanwalts geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern lebte er zunächst in Los Angeles bei seiner Großmutter, bevor er nach deren Tod im Alter von zwölf Jahren zu seiner Mutter zog, die am Broadway in New York Karriere machte. 1952 diente er für die US-Luftwaffe im Koreakrieg und war in London stationiert, dabei lernte er seine spätere Frau kennen.

Nachdem er seine ersten Bühnenerfahrungen in Musicals gemacht hatte, gelang Hagman der Durchbruch als Astronaut Tony Nelson in den 60er Jahren mit der TV-Serie "Bezaubernde Jeannie", zum weltweiten Star machten ihn aber seine 14 Jahre in "Dallas". Nach dem vorläufigen Ende der Familiensaga 1991 spielte Hagman in mehreren TV-Serien und den Filmen "Mit aller Macht" und "Nixon" mit. Auch mehrere Filmableger der Serie, die ihn zum Weltstar gemacht hatte, folgten - Mitte 2012 strahlte der US-Sender TNT neue "Dallas"-Folgen aus. In der deutschen Serie "Lindenstraße" hatte er 2006 einen Gastauftritt.

Abseits von Bildschirm und Leinwand machte Hagman als Aktivist für Solarenergie auf sich aufmerksam. Neben seinem öffentlichen Kampf gegen das Rauchen engagierte er sich auch für Frieden und Freiheit. Im Oktober 2011 wurde bei ihm Zungenkrebs diagnostiziert. Trotz Chemotherapie und Bestrahlungen arbeitete er weiter an der neuen Ausgabe der "Dallas"-Serie.

AFP