Datenschützer weltweit äußern Bedenken zu Google-Brille

18. Juni 2013, 19:28 Uhr

Die vom Internetriesen Google entwickelte Computerbrille sorgt bei Datenschützern weltweit für Bedenken.

1 Bewertungen

Die vom Internetriesen Google entwickelte Computerbrille sorgt bei Datenschützern weltweit für Bedenken. In einem gemeinsamen Brief an Google-Chef Larry Page bitten dutzende Datenschutz-Beauftragte aus der ganzen Welt um genauere Informationen zum Projekt Google Glass, wie der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, mitteilte. Sie wollen darin wissen, welche Informationen Google über die Nutzer seiner Internetbrille sammeln, was der Konzern damit tun und welche Daten er an Dritte weitergeben will.

Die Computerbrille Google Glass befindet sich derzeit in der Testphase und könnte im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Der US-Konzern hatte die mit kleinen Kameras, Lautsprechern und Displays ausgestattete Brille vor gut einem Jahr erstmals vorgestellt. Der Display befindet sich in einem Winkel der Brillengläser, gesteuert wird die Brille mit Sprachbefehlen.

Die Datenschützer bitten Google darum, schon bei der Entwicklung ausreichenden Datenschutz in das neue System einzubauen. Auch soll der Konzern erklären, wie Google damit umgeht, dass die Nutzer von Google Glass künftig problemlos unbemerkt Daten über Andere sammeln könnten. Bedenken über Google Glass hatte auch schon eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten geäußert. Sie verlangte von Google im Mai ebenfalls Antworten darauf, was die internetfähige High-Tech-Brille für den Datenschutz und die Privatsphäre der Bürger bedeute.

Das aktuelle Schreiben an Google unterzeichneten die Datenschutz-Beauftragten der EU-Staaten, Australiens, Neuseelands, Kanadas, Mexikos und Israels. Google stand in den USA und in Europa in der Vergangenheit immer wieder wegen Verstößen gegen den Datenschutz in der Kritik. Unter anderem musste der Technologiekonzern Bußgelder zahlen, weil er bei den Aufnahmefahrten für seinen Straßenfoto-Dienst Street View den Datenverkehr ungeschützter drahtloser Netzwerke mitgeschnitten hatte.

AFP