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26. April 2011, 08:32 Uhr

Autoindustrie kritisiert Äußerungen Kretschmanns

Die deutsche Autoindustrie hat die Forderungen des designierten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) an die Fahrzeughersteller kritisiert.

Wenn Kretschmann grüne Autos sehen wolle, brauche er sich nur die Produkte anzuschauen, die in seinem Heimatland vom Band liefen, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie, dem "Tagesspiegel" vom Dienstag und wehrte sich gegen die Äußerungen von Grünenpolitiker Kretschmann. Die deutschen Premiummarken kämen bei der Kohlendioxid-Reduzierung "schneller voran als ihre Wettbewerber", sagte Wissmann. In diesem Bereich seien die CO2-Emissionen in den vergangenen Jahren überproportional gesenkt worden.

Zudem sei die Herstellung teurerer Premiumautos "entscheidend für den Industrie- und Innovationsstandort Deutschland", sagte Wissmann der Zeitung. Sechs von zehn Arbeitsplätzen bei den Automobilherstellern hingen am Premiumsegment.

Kretschmann hatte sich am Wochenende perspektivisch für eine geringere Produktion von Kraftfahrzeugen ausgesprochen. "Weniger Autos sind natürlich besser als mehr", sagte er der Zeitung "Bild am Sonntag". In Zukunft müssten ganze "Mobilitätskonzepte" verkauft werden, zu denen "Laufen, Fahrradfahren, Autofahren, Eisenbahnfahren" gehörten. "Das müssen wir so klug vernetzen, dass man gut vorankommt und die Umwelt schont", sagte er. Sorgen müsse sich die Automobilindustrie in Baden-Württemberg unter einem grünen Regierungschef zunächst nicht, "aber sie muss in Zukunft Autos bauen, die viel weniger Sprit verbrauchen", sagte Kretschmann der Zeitung.

AFP
 
 
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