Deutsche Bahn will Sicherheitsvorkehrungen verschärfen

23. Dezember 2012, 15:18 Uhr

Nach dem gescheiterten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen verschärfen.

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Nach dem gescheiterten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen verschärfen. "Wir wollen mehr Videoaufzeichnungen und damit eine bessere Verfolgung von Straftaten auf Bahnhöfen", sagte Konzernchef Rüdiger Grube. Im Februar soll es einen Sicherheitsgipfel geben.

An dem Gipfel sollen laut Grube Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Vertreter der Länder und der Bundespolizei sowie Datenschützer teilnehmen. Ziel seien "gemeinsame neue Konzepte für mehr Sicherheit an den Bahnhöfen".

Auf dem Bonner Hauptbahnhof hatte am 10. Dezember ein Unbekannter womöglich aus der radikalislamischen Szene eine Sporttasche mit einem Sprengsatz abgestellt. Die Bombe wurde von Experten mit einem Wassergewehr zerstört. Videoaufnahmen eines Tatverdächtigen erhielten die Ermittler nur durch die Überwachungskamera in einem Schnellrestaurant im Bahnhof.

Seit einigen Tagen würden nun auch die Videobilder der Kameras im Bonner Hauptbahnhof aufgezeichnet, sagte Grube der "Bild am Sonntag". Dies sei mit der Bundespolizei vereinbart worden. "Generell gilt, dass wir die Bahnhöfe mit Kameras bewachen, Aufzeichnungen muss die Bundespolizei beauftragen", sagte der Bahn-Chef.

Bahn-Sicherheitschef Gerd Neubeck warnte vor zu hohen Erwartungen an eine Ausweitung der Videoüberwachung auf Bahnhöfen. "Kameras können bei der Aufklärung helfen, aber sie sind kein geeignetes Mittel, Straftaten zu verhindern", sagte Neubeck der "Welt am Sonntag". Betrunkene oder Menschen, die im Affekt handelten, achteten nicht darauf, ob es eine Videoüberwachung gebe. Vorsätzlich Kriminelle vermummten sich oder umgingen die Überwachungsinstrumente.

Die Bahn würde weitere Kapazitäten aufbauen, sagte Neubeck. Falls es gewünscht werde, würden die Mitschnitte der Videokameras von allen deutschen Bahnhöfen auch gespeichert. Technisch sei das möglich. Er fürchte nur, "dass wir Fanatiker damit von ihren Plänen nicht abhalten können". Diese freuten sich sogar, "wenn Videobilder ihrer Taten in der ganzen Welt verbreitet werden". Die Bekämpfung des Terrorismus könne nicht in deutschen Bahnhöfen stattfinden. "Das Problem muss man an der Wurzel angehen, dort, wo die Ursachen liegen", sagte Neubeck.

AFP