Nach dem Veto der Europäischen Kommission haben die Deutsche Börse und der US-Konkurrent NYSE Euronext ihre Fusionspläne fallengelassen.
Nach dem Veto der Europäischen Kommission haben die Deutsche Börse und der US-Konkurrent NYSE Euronext ihre Fusionspläne fallengelassen. Angesichts der Brüsseler Entscheidung hätten beiden Unternehmen eine Auflösung der Fusionsvereinbarung vom Februar 2011 unterzeichnet, erklärte die NYSE in New York. Damit verzichteten beide Unternehmen darauf, rechtlich gegen das Verbot durch die Kommission vorzugehen.
Die Brüsseler Behörde hatte die Fusion der Frankfurter mit der New Yorker Börse am Mittwoch untersagt, weil der Wettbewerb dadurch "in erheblichem Maße" eingeschränkt worden wäre. Im weltweiten Börsenhandel mit europäischen Finanzderivaten hätte der Zusammenschluss zu einer "monopolartigen Stellung" geführt, hieß es in der Begründung.
Durch das Zusammengehen wäre der größte Börsenbetreiber weltweit mit Standorten in Frankfurt am Main, New York, Paris, Lissabon, Amsterdam und Brüssel entstanden. Die Deutsche Börse wäre an dem neuen Konzern, der seinen offiziellen Sitz in den Niederlanden haben sollte, mit 60 Prozent beteiligt worden, die Partner aus den USA mit 40 Prozent.
Die Deutsche Börse hatte am Mittwoch "mit Enttäuschung" auf das Veto reagiert. "Dies ist ein schwarzer Tag für Europa und seine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf den weltweiten Finanzmärkten", erklärte das Unternehmen in Frankfurt. Enttäuscht reagierte auch die Spitze von NYSE Euronext. Die Börsenunternehmen hätten in Brüssel "bedeutsame" Zugeständnisse angeboten, um die Fusion zu ermöglichen.