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Deutsche glauben an die tröstende Wirkung von Tieren

28. November 2012, 18:18 Uhr

Haustiere gewinnen nach einer neuen Studie an Bedeutung für den Menschen, auch in der Therapie.

Haustiere gewinnen nach einer neuen Studie an Bedeutung für den Menschen, auch in der Therapie. Haustiere steigerten das Verantwortungsbewusstsein bei Kindern und vertrieben die Einsamkeit, sagte Peter Matuschek vom Meinungsforschungsinstitut Forsa am Mittwoch bei der Vorstellung einer Studie, die das Verhältnis der Deutschen zu ihren Haustieren untersucht. Der emotionale Nutzen der tierischen Begleiter wird nach Matuscheks Ansicht "zu wenig wertgeschätzt".

Forsa befragte im Auftrag des Tiernahrungherstellers Mars Petcare im September rund 1200 Menschen bundesweit zu ihren persönlichen Erfahrungen mit Haustieren und ihrer Auffassung zum Verhältnis zwischen Haustier und Mensch. Dabei stellte sich heraus, dass zwei von drei Deutschen mit Haustieren aufgewachsen sind. Ein Drittel der Bürger hatte schon in der Kindheit ein eigenes Tier.

"Heimtiere geben älteren Menschen das Gefühl, noch gebraucht zu werden", sagten 65 Prozent der Befragten. Besonders positiv schätzten sie das Verhältnis zwischen Tieren und Kindern ein. Die Aussage, "Tierhaltung kann das Verantwortungsbewusstsein von Kindern ändern", bejahten demnach 63 Prozent. Dass Heimtiere in Krisensituationen Trost spenden, zum Beispiel bei Krankheit oder Trennung vom Partner, fanden 58 Prozent.

Die Bedeutung von Haustieren in der Gesellschaft werde in den nächsten fünf bis sieben Jahre weiter steigen, sagte Zukunftsforscher Peter Wippermann vom Trendbüro Hamburg bei der Vorstellung der Studie. Angesichts der Individualisierung der Gesellschaft, in der Menschen oft nicht mehr lebenslang mit demselben Partner zusammenbleiben, stelle das Verhältnis zum Haustier eine "stabile Beziehung" dar.

Der Deutschland-Chef von Mars Petcare Deutschland, Loic Moutault, forderte die Anerkennung des Einsatzes von Tieren in Therapien durch die Krankenkassen. Ihre positive Wirkung auf die Psyche müsse gezielter erforscht werden. Außerdem sollte der Beruf des Hundetrainers professionalisiert werden, sagte er. "Bisher machen das Menschen aus Leidenschaft. Was wir brauchen ist eine Qualifizierung."

Das häufigste Haustier der Deutschen die Katze: Von insgesamt 22 Millionen Haustieren sind laut dem Industrieverband Heimtierbedarf etwa 8,2 Millionen Katzen und rund 5,4 Millionen Hunde. Mit einem Anteil von 32 Prozent sind Senioren ab 60 Jahren die größte Gruppe der Haustierhalter - mit steigender Tendenz: Im Jahr 2004 machten die Tierhalter über 60 Jahre nur knapp ein Viertel der Gesamtbesitzer aus.

AFP

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