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13. Februar 2012, 15:23 Uhr

CHRONOLOGIE: Die Wegmarken der Griechenland-Krise

Die griechische Schuldenkrise ist zu einer unendlichen Geschichte geworden.

Die griechische Schuldenkrise ist zu einer unendlichen Geschichte geworden. Seit mehr als zwei Jahren hält sie Europa in Atem, weitere wichtige Entscheidungen werden in dieser Woche erwartet.

2010

Januar

Griechenland beteuert zu Jahresbeginn, dass es die Kriterien des EU-Stabilitätspakts ab 2012 wieder erfüllen will. Ein Nothilfepaket für das hochverschuldete Land lehnt Deutschland ab - noch.

Mai

Athen ruft um Hilfe: Die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) gewähren Griechenland Hilfskredite in Höhe von 110 Milliarden Euro. Für weitere Notfälle in anderen Euro-Ländern wird der vorläufige Euro-Rettungsfonds (EFSF) aufgelegt.

2011

Mai

Ein Medienbericht über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sorgt für Aufregung. Es wird heftig dementiert, ein solcher Schritt gilt als Tabu. Aber klar ist: Das Land kann seinen Schuldenberg nicht abtragen. Und die Diskussion um einen Austritt verstummt bis heute nicht mehr.

Juni

Auf einem EU-Gipfel in Brüssel beantragt Griechenlands damaliger Regierungschef Giorgos Papandreou ein zweites Hilfspaket. Diesmal sollen sich auch private Gläubiger wie Banken daran beteiligen.

Juli

Die Euro-Länder beschließen den zweiten Griechenland-Hilfseinsatz mit Krediten über 109 Milliarden Euro, Privatgläubiger sollen zudem auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

August

Weltweite Börsenturbulenzen machen der Euro-Zone deutlich, dass die Beschlüsse des letzten Gipfels nicht ausreichen, um die von Griechenland auf den gesamten Währungsraum übergreifende Schuldenkrise beizulegen.

September

Die Diskussion um ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone kocht erneut hoch. Die Verhandlungen über das zweite Hilfspaket für Athen stocken.

Oktober

Griechenland teilt mit, dass es die vereinbarten Sparziele nicht erreicht und seine Wirtschaft weiter schrumpft. Die für das zweite Hilfsprogramm zugrunde gelegten Daten sind somit hinfällig. Zwei Gipfel innerhalb von vier Tagen sind nötig, um einen neuen Plan für die Griechenland-Rettung zu entwerfen: Athen bekommt ein neues Hilfsprogramm über 100 Milliarden Euro, weitere 30 Milliarden sollen einen Schuldenschnitt absichern, bei dem private Gläubiger nun freiwillig auf 100 Milliarden Euro verzichten sollen.

November

Die Freude über die Gipfelbeschlüsse währt nur kurz. Griechenlands Regierungschef Papandreou kündigt zunächst eine Volksabstimmung über die weiteren Hilfen an, zieht den Plan dann unter internationalem Druck wieder zurück. Papandreou tritt daraufhin zurück, unter Führung des früheren Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Lucas Papademos, wird eine Übergangsregierung gebildet.

2012

Januar

Die Verhandlungen mit den Banken über einen Schuldenschnitt stocken, dadurch werden auch die Gespräche über das zweite Hilfspaket aufgehalten. Bei einem Finanzminister-Treffen wird deutlich, dass die Europäer die Geduld mit Athen verlieren. Der deutsche Vorschlag, einen Sparkommissar zur Haushaltsüberwachung nach Griechenland zu schicken, wird jedoch nicht nur in Athen abgelehnt.

Februar

Die Euro-Länder lassen Griechenland zappeln: Am vergangenen Donnerstag verweigern sie dem Land zunächst grünes Licht für das zweite Hilfspaket. Erst soll das Parlament in Athen weiteren Einsparungen zustimmen, das geschah - begleitet von gewaltsamen Protesten - am Sonntagabend.

Doch bevor die Eurogruppe am Mittwoch erneut über das Hilfspaket und den noch immer nicht beschlossenen Schuldenschnitt beraten will, müssen die Koalitionsparteien weitere Einsparungen in Höhe von 325 Millionen Euro benennen und sich schriftlich zu dem eingeschlagenen Reform- und Sparkurs verpflichten.

AFP
 
 
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