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7. Februar 2012, 19:58 Uhr

DNA-Spuren klären Mordfall von 1991

Mehr als 20 Jahre nach der Ermordung einer 17-Jährigen aus Heidelberg hat die Polizei den Fall mutmaßlich geklärt.

Mehr als 20 Jahre nach der Ermordung einer 17-Jährigen aus Heidelberg hat die Polizei den Fall mutmaßlich geklärt. Durch den Abgleich alter DNA-Spuren von einer Krawatte, mit der die junge Frau 1991 erdrosselt wurde, und von Speichelresten unter Briefmarken habe die Tat ihrem Großonkel zugeordnet werden können, teilten die Ermittler in Heidelberg mit. Der Mann, der zur Tatzeit 63 Jahre alt war, könne allerdings nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, da er sich im Jahr 2000 selbst getötet habe.

Die Leiche der 17-jährigen Auszubildenden war im August 1991 in Frankreich nahe einer Autobahn gefunden worden. Bereits damals hatten die Ermittler den Großonkel der jungen Frau im Verdacht. Es war bekannt, dass beide ein intimes Verhältnis hatten, das das Opfer aber kurz zuvor abgebrochen hatte. Der Mann arbeitete zudem als Lastwagenfahrer auf einer Strecke, die am Fundort der Leiche vorbeiführte. Die Tat konnte dem Verdächtigen damals trotz intensiver Ermittlungen allerdings nicht nachgewiesen werden.

Für den Durchbruch sorgten erst Fortschritte in der DNA-Analysetechnik. Seit einigen Jahren ist es nach Polizeiangaben möglich, selbst aus kleinsten Spuren, etwa Hautschüppchen von Menschen, Material für Genuntersuchungen zu gewinnen. Spezialisten des baden-württembergischen Landeskriminalamts (LKA) in Stuttgart verglichen Hautabriebsspuren von der als Mordwaffe verwendeten Krawatte mit Spuckeresten unter den Briefmarken von Postkarten, die der Großonkel früher von seinen Fernfahrten verschickt hatte. Dabei entdeckten sie die Übereinstimmung.

AFP